In der Deutschschweiz setzten 88,2 Prozent der Bevölkerung täglich mindestens einmal das Radiogerät in Betrieb. Im ersten Halbjahr 2013 waren es 89,1 Prozent gewesen. Dies geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen von Mediapulse und Publica Data hervor.

Nur im Tessin steigt tägliche Nutzungsdauer

Im Tessin hören 89,3 Prozent täglich einmal Radio. Das ist knapp 1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2013. In der Romandie sank dieser Wert um knapp 1 Prozent auf 84,9 Prozent. Einmal eingeschaltet, bleibt dafür das Radiogerät in der Deutschschweiz länger in Betrieb als im französisch- und italienischsprachigen Teil der Schweiz.

Allerdings nahm die Nutzungsdauer in allen drei Landesteilen um jeweils rund 5 Minuten ab: In der Deutschschweiz sank sie gegenüber dem ersten Semester 2013 von 123,7 auf 118,2, in der Romandie von 105 auf 101,3 und im Tessin von 116,5 auf 111,9 Minuten.

Private legen auf Kosten der SRG-Sender zu

Der Marktanteil der SRG-Sender sank leicht von 64,9 auf 64,6 Prozent. Meist gehörter Sender bleibt SRF1, dessen Marktanteil von 32,7 auf 31,5 Prozent sank. Gewinne bei den Marktanteilen verzeichneten die SRG-Sender SRF 4 New, SRF Musikwelle und Radio Swiss Pop. Letzterer Sender legte mit 0,6 Prozent am meisten zu.

Die Privatsender bauten ihren Marktanteil von 30,4 auf 30,7 Prozent aus. Radio 24 ist mit 2,7 Prozent noch immer Spitzenreiter, büsste jedoch gegenüber letztes Jahr 0,2 Prozent ein. Radio Argovia ist unverändert mit 2,3 Prozent wiederum die Nummer 2 im Land - vor FM1 und Pilatus (je 2,2) sowie Energy Zürich (2,1 Prozent).

Knackpunkt Simulcasting

Mediapulse und Publica Data messen und vermarkten in der Schweiz die offiziellen Radiohörerzahlen. Die täglichen Daten aus dem Messsystem werden von den Radiosendern für die Programmoptimierung und von der Werbewirtschaft für den zielgruppengerechten Verkauf von Werbespots verwendet. Seit 2013 erfasst die Messung auch die Verbreitung von Radioprogrammen über das Internet.

Zur Herausforderung wird für die Forschung, dass verschiedene Sender zeitweise zeitgleich und über längere Strecken dasselbe Audiosignal senden. Kürzere identische Passagen kann das System problemlos auflösen und korrekt dem jeweiligen Sender zuweisen.

Bei längeren Passagen wird es für Hörer und Forschung schwieriger, die verschiedenen Sender korrekt zu identifizieren. Der Effekt dieses Phänomens ist praktisch nur ausserhalb des jeweiligen Konzessionsgebiets spürbar. Das Messsystem wird innert des nächsten halben Jahres entsprechend optimiert.