USA

Joe Biden trägt Omega: So macht der neue US-Präsident Werbung für die Schweizer Uhrenmarke

Joe Biden gilt als Uhrenfan. Die Marke Omega hat es ihm angetan.

Joe Biden gilt als Uhrenfan. Die Marke Omega hat es ihm angetan.

Joe Biden trägt Omega, aber deshalb ist er noch lange kein Kennedy. Was die Uhr über den neu gewählten Präsidenten der USA aussagt und welche Schweizer Marke ihre Uhren an die Präsidenten verschenkt.

Joe Biden trägt Omega. Einen prominenteren Botschafter hätte sich die Swatch Group für ihre Flaggschiffmarke für kein Geld erkaufen können. Aber was bedeutet die legendäre «Seamaster» des bald mächtigsten Politikers der Welt über die Tatsache hinaus, dass das Tragen von Armbanduhren vor allem eine Sache für ältere Herren geworden ist?

Vielleicht lässt der sportliche Zeitmesser aus Edelstahl mit der markanten Stopfunktion erkennen, dass sich der neue Chef im Weissen Haus deutlich jünger fühlt als die 78 Jahre, die er schon beisammen hat. Möglicherweise ist das Statement am Handgelenk aber auch ein Versuch Bidens sein etwas allzu bedächtiges Image als «pater familias» zu korrigieren, das ihm die USA-Kennerin und Literaturprofessorin an der Universität Zürich, Elisabeth Bronfen, am Wochenende im Interview mit unserer Zeitung zugebilligt hatte.

Wie gross ist das Marketingpotential?

Wie stark sich Bidens Markenpräferenz auf den Absatz klassischer Omega-Uhren auswirken wird bleibt abzuwarten. Wenn es stimmt, dass tatsächlich nur etwa ein Fünftel der US-Bevölkerung aktiv Biden wählen wollte und ein Drittel der Wähler dem Demokraten nur deshalb die Stimme gab, weil sie eine weitere Amtszeit von Donald Trump verhindern wollten, dann ist Bidens Marketingpotential wohl nicht ganz so gross, wie man sich in der Omega-Zentrale in Biel erhoff dürfte.

Allerdings könnte ein Präsident als Testimonial heute auch eine viel grössere Aussagekraft besitzen als noch vor ein paar Jahren. Von Rolex heisst es, die Firma habe seit Lyndon B. Johnson jeden frisch gewählten US-Präsidenten bis Bill Clinton mit einer luxuriösen «Day-Date» beschenkt, um den TV-Konsumenten rund um den Globus vermitteln zu können: Erfolg und eine Rolex bedingen sich gegenseitig.

Liess Kennedy Rolex verschwinden?

Tatsächlich haben in jenen vergangenen Jahren Inhaber des höchsten US-Amtes das wertvolle Präsent noch ohne Angst vor Bestechungsvorwürfen angenommen und sich die Uhr übers Handgelenk gestreift haben. Doch was ist eine solche Geste wirklich wert, wenn der Träger des Objektes der Begierde dafür nicht einmal sein Portemonnaie öffnen musste?

Ein schlagender Grund Omega statt Rolex zu tragen, wird übrigens Johnsons Vorgänger John F. Kennedy nachgesagt. Der Politiker, der nicht zuletzt bei den Frauen zu punkten wusste, besass offenbar von beiden Marken ein tolles Modell. Doch die Rolex soll ihm seine mutmassliche Geliebte Marilyn Monroe zum Geburtstag mit der eingravierten Widmung, «Jack, With love as always from, Marilyn», geschenkt haben. Kennedy habe einen Mitarbeiter angewiesen das Corpus Delicti unauffällig verschwinden zu lassen, geht die Legende. Stattdessen wurde Kennedy zum Omega-Träger, was einem Demokraten vielleicht besser ansteht als eine Rolex wie Biden gerade zeigt.

Autor

Daniel Zulauf

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