Migros-Wahl

Kampf ums Präsidium: Pillouds Gegnerin Nold im Aufwind – dank prominenter Supporter

Ursula Nold (l.) oder Jeannine Pilloud: Wer wird neue Migros-Präsidentin?

Ursula Nold (l.) oder Jeannine Pilloud: Wer wird neue Migros-Präsidentin?

Am 23. März ist es so weit: Dann entscheiden die 111 Mitglieder der Migros-Delegiertenversammlung, wer den Genossenschaftsbund (MGB) neu präsidieren wird. Ist es SBB-Managerin Jeannine Pilloud oder die aktuelle Präsidentin der Migros-Delegiertenversammlung, Ursula Nold?

Der Ausgang der brisanten Affiche scheint offen. Während sich Pilloud gegenüber Medien im Vorfeld der Wahl äussert, hält sich die 49-jährige Nold, die an der Pädagogischen Hochschule Bern doziert, mit öffentlichen Statements zurück. Doch auch ohne ihr Zutun konnte sie diese Woche punkten.

Denn: Die Ex-Migros-Managerin Cornelia Diethelm – bis vor kurzem Direktorin für Nachhaltigkeit beim MGB – postete im sozialen Netzwerk «Linkedin» einen Artikel, der Nold ins Zentrum rückt.

Diethelms Kommentar dazu: «Eine Power-Frau! Ich würde mich riesig freuen, wenn Ursula Nold schon bald den Verwaltungsrat der Migros präsidieren würde. Die ideale Besetzung.»

Prominente Supporter

Dieses Statement veranlasste zahlreiche Personen, sich ebenfalls öffentlich für Nold starkzumachen. So schreibt der Berner Unternehmer und ehemalige Präsident des Arbeitgeberverbands Rudolf Stämpfli: «Ursula Nold ist für mich Garantin, dass die gute Kultur mit einem notwendigen Aufbruch verknüpft wird.» Der Unternehmensberater und Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney lobt ihr Herzblut für die Migros und ihren wissenschaftlichen Background.

Laut «Schweiz am Wochenende»-Informationen hat die Online-Kundgebung Migros intern für Aufsehen gesorgt. Denn auch aktuelle, ranghohe Mitarbeitende und Geschäftspartner der Migros nahmen daran teil. Der Migros-Handelschef Beat Zahnd gab dem Beitrag ein «Like», genauso wie die Denner-Kommunikationsleiterin Grazia Grassi und Feldschlösschen-Chef Thomas Amstutz. Roman Reichelt, der bis Ende 2018 die Direktion Marketing und Kommunikation beim MGB leitete und im Januar zur Credit Suisse wechselte, spricht sich ebenfalls für die Bernerin aus: «Ursula Nold ist gelebte Integrität, Migros-Geist und besitzt Ruhe und Scharfsinn. Hätte ich eine Stimme, ginge sie an sie.»

«Soziale Verantwortung»

Einer der 111 Delegierten gibt auf Linkedin zwei Wochen vor der Wahl gar bereits bekannt, dass er für Nold stimmen werde. Sie kenne die genossenschaftlichen Strukturen und die Kultur der Migros. Und als langjährige Präsidentin der Delegiertenversammlung habe sie die Kompetenz, die laufende Transformation erfolgreich voranzutreiben, «unter Wahrung der sozialen Verantwortung».

Dies dürfte ein Seitenhieb sein auf den von Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen initiierten Stellenabbau und die Smartphone-Durchleuchtung von Kaderangestellten, die der Weitergabe von Interna verdächtigt wurden. Und dennoch: Nold ist die eigentliche Kampfkandidatin. Die oberen Migros-Gremien sprechen sich für Jeannine Pilloud aus; das paritätische Evaluationsgremium, die Verwaltung sowie das Büro der Delegiertenversammlung. Die Frage ist, ob die 111 Delegierten dieser Empfehlung folgen – oder ihre eigene Präsidentin wählen.

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