Kaffee

Küchen-Ausstatter Franke entdeckt die Kapsel

Nun steigt auch der Aargauer Küchen- und Toiletten-Ausstatter Franke in das Geschäft mit den Kaffeekapseln ein.

Nun steigt auch der Aargauer Küchen- und Toiletten-Ausstatter Franke in das Geschäft mit den Kaffeekapseln ein.

Die Aargauer Industriegruppe Franke steigt in das lukrative Kapsel-Geschäft ein und lanciert ein eigenes Kaffeekapselsystem. Doch beim Kaffee will es der weltweit tätige Küchen- und Toiletten-Ausstatter nicht bleiben lassen.

15 500 kommerzielle Kaffeemaschinen hat der Küchen- und Toiletten-Ausstatter Franke im letzten Jahr verkauft. Heuer sollen es rund 15 Prozent mehr werden. Denn: Die Aargauer Industriegruppe steigt in den Kapselmarkt ein. Gemeinsam mit dem deutschen Lebensmittelhersteller Krüger, der unter anderem mit dem Kaffeeanbieter Starbucks zusammenarbeitet, lanciert sie zwei kommerzielle Kaffeekapselmaschinen. Damit positioniert sich Franke als einer der ersten Anbieter auf dem Business-to-Business-Markt – also dem Geschäft mit Firmenkunden.

«Für uns ist es der richtige Moment, um ins professionelle Kapselgeschäft einzusteigen», sagt Yvo Locher, Chef der Division Franke Coffee Systems. Denn dieser Profimarkt sei nicht so hart umkämpft wie derjenige für Endkonsumenten. Zur Erinnerung: Im Detailhandel ist Nestlé mit dem Kaffeekapselsystem Nespresso der Platzhirsch. Daneben buhlen Anbieter wie die Migros-Tochter Delica mit ihrem Delizio-System, Nescafé Dolce Gusto und Cafissimo von Tschibo um die Gunst der Kaffee-Geniesser. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Herstellern, die Kapsel-Klone für die Nespresso-Maschine produzieren und am lukrativen Geschäft teilhaben wollen.

Für Franke käme es nicht infrage, auch in diesen Massenmarkt einzusteigen, so Locher. Ihre beiden Kaffeekapselmaschinen seien für einen Konsum von bis zu 50 Kapseln pro Tag entwickelt worden. Gedacht sind die Geräte für Betriebe wie Bäckereien, Restaurants, Coiffeur-Salons, Lounges und Fitnesscentern. Auf Wunsch können Partner ihre eigene Kaffeemischung oder Marke in die Kapseln einfüllen lassen.

Auch Teekapselgerät ist geplant

Doch beim Kaffee will es der weltweit tätige Küchen- und Toiletten-Ausstatter nicht bleiben lassen: Noch in diesem Jahr, verrät Yvo Locher der «Nordwestschweiz», soll eine reine Teekapselmaschine lanciert werden – ebenfalls für den professionellen Bereich.

Die neuen Produkte sollen Franke helfen, den schwierigen Start ins Jahr zu korrigieren. Denn nach einem Umsatzanstieg 2014 von 3,1 Prozent auf 2,13 Milliarden Franken, steht die Industriegruppe momentan vor grossen Herausforderungen: Nicht nur wegen des starken Frankens und der Volatilität anderer Währungen, sondern auch wegen des sinkenden Umsatzes ihres prominenten Kunden McDonald’s, dem Franke die gesamten Küchenausstattungen liefert – weltweit. Die Bestellungen für neue Küchen seien zurückgegangen, «das trifft uns kurzfristig sehr stark», sagte Konzernchef Alexander Zschokke gestern vor den Medien. Die Herausforderungen würden Franke aber zwingen, die Produkte immer wieder zu verbessern.

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