Anders als Sunrise und Swisscom hat Salt noch keine Preissenkung beim Roaming angekündigt – dafür eine «Revolution» im Schweizer Telekommunikationsmarkt. Auf sozialen Medien lässt Salt Kunden darüber rätseln, was denn am Dienstag genau «Revolutionäres» verkündet wird. Das Ganze hat wohl nichts zu tun mit Roaming. Es spricht mehr dafür, dass Salt zusätzlich ein eigenes TV-Angebot, etwa über ein Glasfasernetz, lancieren will.

Salt hat Ende des letzten Jahres die Marke «Salt.tv» ins schweizerische Markenregister eintragen lassen. Salt möchte laut dem Gesuch «Dienstleistungen eines Internet-Providers, nämlich Verschaffen von Zugriff auf digitale Netze», anbieten. Zudem wolle man «Multimedia-Unterhaltungsprogramme über Fernsehen, Breitband-, kabellose und Online-Dienste» zur Verfügung stellen. Ein Salt-Sprecher wollte sich am Montag auf Anfrage nicht zu «Salt.tv» äussern und verwies auf die Medienkonferenz von Dienstag.

Auch Sunrise senkt die Roaming-Gebühren

Salt hat noch keine Preissenkung beim Roaming angekündigt. Sunrise hat das am Montag getan, die Swisscom letze Woche. Bei Sunrise kommt nun aber eine neue Dimension hinzu. Statt nur die Preise für die Datenpakete für das Surfen im Ausland zu senken, wird bei Sunrise auch der Standardtarif für Datenroaming günstiger. Bislang kostete bei Sunrise 1 Megabyte Datenroaming mindestens 1 Franken. Neu gilt in 46 Ländern ein Tarif von 1.90 Franken pro Tag für 100 Megabyte.

Der Standardtarif sei für viele Kunden relevant, weil dieser Tarif abgerechnet wird, wenn der Kunde kein spezielles Roamingpaket kauft, erklärt Ralf Beyeler, Telekomexperte von «Moneyland.ch». «Bei Sunrise ist das Datenroaming im Standardtarif zum ersten Mal bei einem Schweizer Anbieter bezahlbar», sagt Beyeler. Auch die Stiftung Konsumentenschutz begrüsst den Entscheid von Sunrise. Das neue Angebot sei einfacher und günstiger.

«Sunrise hat wirklich eine gute Lösung präsentiert», so die Einschätzung von Ralf Beyeler. Der durchschnittliche Kunde werde davon profitieren. In der Vergangenheit habe es zwar günstige Tarife gegeben, doch die Mehrheit der Kunden habe diese Tarife nicht erhalten. Das hat einen Grund: Die Roamingtarife zu durchschauen und das günstigste Angebot abzuschliessen, ist mit einigem Aufwand verbunden. Es herrscht ein wahrer Preisdschungel. «Das ist im Interesse der Telekomanbieter», sagt Beyeler. Durch die Unübersichtlichkeit hätten viele Kunden Mühe, Tarife zu vergleichen. Dadurch profitiere der Durchschnittskunde nicht von den Preissenkungen, weil er sie nicht durchschaut.