Im höchstbelasteten Mischverkehrsnetz würde ein solcher Eingriff höhere Preise und eine schlechtere Qualität im Bahnangebot bedeuten, argumentieren die SBB. Gefährdet wäre ihnen zufolge auch die Ambition, die Preise bis mindestens 2020 stabil zu halten.

Für die SBB ist eine Gesamtschau zu den Risiken, Potenzialen und Nebenwirkungen dringend notwendig. Sollte es zu einer Vergabe an die BLS kommen, würden die SBB dagegen Beschwerde erheben. Die SBB blieben aber gesprächsbereit mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und der BLS.

Die SBB selber schlagen eine Mehrbahnenlösung unter einer einheitlichen Fernverkehrskonzession der SBB vor, wie dies bereits mit der Kooperation zwischen der Südostbahn und den SBB geplant sei.

SBB kritisieren "Fehlanreize"

Kritisiert werden von den SBB auch die neuen Finanzierungsregeln, die deutlich in das aktuelle System eingriffen. Sie setzten Fehlanreize, griffen ins Geschäftsmodell der SBB ein und stünden im Widerspruch zu den Erwartungen des Eigentümers.

Diese Anpassungen seien zu Beginn der Ausschreibung nicht bekannt gewesen und veränderten damit auf unzulässige Art und Weise die Rahmenbedingungen im laufenden Ausschreibeverfahren. Sie führten auch zu einer Ungleichbehandlung von BLS und SBB.

Die Pläne des BAV würden nach Einschätzung der SBB ab 2020 bei den SBB Mehrkosten von rund 100 Millionen Franken pro Jahr verursachen. Im Gegenzug würde die BLS auf ihren zwei Linien um 5,6 Millionen Franken pro Jahr entlastet.

Das Bundesamt für Verkehr hatte in einer Anhörung vorgeschlagen, der BLS ab Dezember 2019 den Betrieb von zwei kleinen Fernverkehrslinien zu übertragen. Es geht dabei um die Linien Bern-Biel und Bern Olten. Die BLS hatte zusätzlich auch die Konzession für die Intercity-Linien Interlaken-Bern-Basel und Brig-Bern-Basel sowie die neu ins Fernverkehrsnetz aufgenommene Strecke Bern-La Chaux-de-Fonds beantragt.