Es sei zu früh, um über einen möglichen Schneeballeffekt zu spekulieren.

Die Baselworld habe 650 Aussteller, die gespannt auf die Neuerungen der Uhrenmesse warteten, sagte Loris-Melikoff in dem am Montag veröffentlichten Interview. Am Wochenende hatte Swatchchef Nick Hayek in der "NZZ am Sonntag" die Abkehr seiner Swatch Group von der Uhren- und Schmuckmesse in Basel ab 2019 verkündet.

Swatch ist mit fast allen seiner 18 Marken und einem Messebudget von über 50 Millionen Franken der bisher grösste Aussteller an der Baselworld. Bereits diesen März waren an der Messe mit 650 Ausstellern nur noch halb so viele wie im Vorjahr dabei. Kritiker fordern unter anderen neue Ansätze bei der Organisation und der Durchführung der Basler Messe.

Die traditionellen Uhrenmessen seien für Swatch nicht mehr sinnvoll, begründete Hayek den Rückzug. Andere Schweizer Marken sähen dies anders, sagte Loris-Melikoff. Die Erwartungen seien nicht immer dieselben. "Ich kann die Ungeduld der Gruppe verstehen, aber die Entscheidung enttäuscht mich. Denn ich hatte noch gar nicht genug Zeit, um unser neues Konzept im Detail auszuarbeiten", sagte er weiter.

Loris-Melikoff leitet die Messe seit Juli, nachdem die bisherige Baselworld-Chefin Sylvie Ritter nach 15 Jahren das Handtuch geworfen hatte. Loris-Melikoff will nichts unversucht lassen, Swatch noch umzustimmen und doch noch zu halten.

Mit dem Rückzug von Swatch steht der Zeitung zufolge auch die Zukunft der Messefirma MCH auf dem Spiel, die sich zur Hälfte im Besitz der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Zürich befindet. Schon 2017 hatte der Bedeutungsverlust des wichtigen MCH-Standbeins Baselworld die Messebetreiberin das erste Mal in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gedrückt. Infolge der Schrumpfkur bei Baselworld musste MCH über 100 Millionen Franken auf ihre Messegebäude abschreiben.