Finma

Millionenbetrug: Sanierer Hans Ziegler wird des Insiderhandels überführt

Hans Ziegler wird Insiderhandel und Marktmanipulation vorgeworfen.

Hans Ziegler wird Insiderhandel und Marktmanipulation vorgeworfen.

Der Sanierer und Verwaltungsrat Hans Ziegler muss 1,4 Millionen Franken zurückzahlen. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) wirft ihm Insiderhandel vor.

Beim einen Täter handelt es sich um Hans Ziegler (64), einen ehemaligen Verwaltungsrat verschiedener bekannter Schweizer Industrieunternehmen wie OC Oerlikon oder den Bekleidungshändler Vögele. Die Finma hat am Freitag in einem Communiqué eine entsprechende Mitteilung publiziert, aber keinen Namen genannt. Dieser nutzte zwischen 2013 und 2016 immer wieder Informationen aus den Unternehmen, um anschliessend an der Börse von zu erwartenden Kursbewegungen der Titel zu profitieren.

So setzte er - insbesondere mit Derivaten - auf steigende Kursverläufe, bevor Übernahmen, Verkäufe von Unternehmensteilen oder positive Geschäftsergebnisse von den Firmen bekannt gegeben wurden, in denen er als Verwaltungsrat sass. Damit wollte er später Gewinne realisieren.

Aus sinkenden Kurs gesetzt

Bei einer Firma setzte der einstige Verwaltungsrat indes auf sinkende Kurse, wie die Finma feststellte. Dabei missachtete er wiederholt die Handelssperrperioden der Unternehmen, während denen Führungskräfte keine Wertpapiere der Firma kaufen oder verkaufen dürfen. Er verstiess auch gegen die Pflicht als Manager, seine Wertpapiertransaktionen zu melden.

Die Finma zieht daher unrechtmässig erzielte Gewinne von 1,4 Millionen Franken ein. Zudem hat die Finanzmarktaufsicht eine Anzeige bei der Bundesanwaltschaft eingereicht, die ein Strafverfahren gegen die Person eingeleitet hat.

Manipulationen des Börsenhandels

Die Finma macht auch einen zweiten Fall publik: Er betrifft eine kleine Gesellschaft, die Börsenhandel auf eigene Rechnung betrieben hat, und drei ihrer Händler. Die Händler beeinflussten von 2011 bis 2015 die Börsenkurse von zahlreichen Schweizer Grosskonzernen, indem sie viele grosse Aufträge im Orderbuch der Börse eingaben.

Die meisten dieser Aufträge wurden nie ausgeführt. Vielmehr nutzten die Händler die mit diesen Aufträgen ausgelösten Kursbewegungen, um mit Derivaten Gewinne zu erzielen. Die Kaufaufträge wurden anschliessend wieder gelöscht. Die Aufträge dienten lediglich dazu, die Börsenkurse zu verzerren. Das ist Marktmanipulation.

Die Finma hat bereits 2015 die Liquidation der Gesellschaft angeordnet, weil sie ohne Bewilligung tätig gewesen war. Gegen die Händler werden Tätigkeitsverbote im Effektenhandel von acht und sechs Jahren verhängt.

Berufsverbote

Überdies spricht die Finma Berufsverbote für die Tätigkeit in leitender Stellung bei einem beaufsichtigten Institut von fünf respektive vier Jahren aus. Die Finma zieht überdies die unrechtmässig erzielten Gewinne der Gesellschaft in der Höhe des Liquidationserlöses der Gesellschaft eingezogen werden. Die abschliessende Gesamtsumme der Gewinneinziehung lässt sich erst nach Abschluss der Liquidation bestimmen.

Gegen Verfügungen der Finma kann wie üblich Beschwerde eingereicht werden.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: "Der tiefe Fall des Hans Ziegler"

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1