Lösegeld

Nach Cyber-Angriff: Erpresser erhöhen Druck auf Peter Spuhlers Stadler Rail

Will sich auf den Erpressungsversuch der Cyberkriminellen nicht einlassen:  Stadler-Patron Peter Spuhler.

Will sich auf den Erpressungsversuch der Cyberkriminellen nicht einlassen: Stadler-Patron Peter Spuhler.

Die Cyberkriminellen, die Anfang Mai ins IT-Netzwerk des Schienenfahrzeugbauers Stadler eingedrungen sind, haben mutmasslich einen zweiten Teil der gestohlenen Daten im Darknet veröffentlicht. Sie wollen ein Lösegeld erpressen, beissen aber auf Granit.

Dieser nun veröffentlichte Datensatz enthalte «mehr Finanzdokumente» Stadlers, heisst es in einem Eintrag auf dem anonymen Twitter-Account Ransom Leaks von Ende Juni. Laut dem Eintrag versuchen die Cyberkriminellen, die Stadlers IT-Netzwerke mittels einer Schadsoftware namens Nefilim attackiert hatten, vom Unternehmen Peter Spuhlers «bezahlt zu werden». Weil Stadler sich weigert, hätten die Hacker einen zweiten Teil der Daten veröffentlicht, «um Stadler zu ermutigen, das Lösegeld zu zahlen».

Hacker fordern Millionensumme

Laut Angaben Stadlers vom 29. Mai verlangen die unbekannten Täter 6 Millionen Dollar in Bitcoin. Um ihrer Erpressung Nachdruck zu verleihen, hatten sie Ende Mai bereits einen ersten Teil gestohlener Daten veröffentlicht. Der Schienenfahrzeugbauer reagierte auf die Forderung mit folgenden Statement: «Stadler ist und war zu keinem Zeitpunkt bereit, Zahlungen an die Erpresser zu leisten und ist nicht in die Verhandlungen eingetreten.»

Die Ermittlungen dauern an

Publik gemacht hatte Stadler den Cyberangriff am 7. Mai. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft ermittelt. Mit Verweis auf deren laufendes Verfahren will sich Stadler nun nicht näher äussern. Nach dem Angriff hatte das Unternehmen festgehalten, trotz des Datendiebstahls liefen die Produktion bestellter Züge und das Servicegeschäft weiter. Das Unternehmen habe von allen gestohlenen Daten funktionierende Back-up-Dateien (Sicherungskopien).

Visualisierung eines Tram-Trains des Typs Citylink von Stadler für die ungarische Staatsbahn MÁV.

Visualisierung eines Tram-Trains des Typs Citylink von Stadler für die ungarische Staatsbahn MÁV.

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