Arbeitslosigkeit
Neues Angebot für junge Arbeitslose

Sowohl schweizweit als auch kantonal und im Bezirk Dietikon sind die 20- bis 24-Jährigen am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen. Das Berufsinformationszentrum Urdorf will mit einem neuen Angebot Abhilfe schaffen.

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Themenbild Automechaniker

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Bettina Hamilton-Irvine

Auf dem Arbeitsmarkt weht ein rauer Wind. Diesen spüren die 20- bis 24-Jährigen besonders stark: Mit einer Quote von 5 Prozent sind sie schweizweit die von der Arbeitslosigkeit am stärksten betroffene Altersgruppe. Dies besagen die neusten Zahlen vom Mai 2009 des Staatssekretariats für Wirtschaft, Seco. Auch im Kanton Zürich führen die jungen Erwachsenen gemäss den Mai-Zahlen des Amts für Wirtschaft und Arbeit mit 4,5 Prozent die Arbeitslosenstatistik an.

Im Bezirk Dietikon, welcher mit insgesamt 4,2 Prozent Arbeitslosen die höchste Quote im Kanton hat, wird die Problematik besonders deutlich. Auch hier sind die 20- bis 24-Jährigen am stärksten betroffen: Ganze 5,9 Prozent sind arbeitslos.

Aus diesem Grund hat das Berufsinformationszentrum (BIZ) Urdorf seinen Service erweitert: Seit kurzem können sich auch junge Erwachsene über 20 Jahre im Rahmen der so genannten SOS-Angebote beraten lassen (LiZ vom 9. 7. 09) - zu einer Pauschalgebühr von 50 Franken. Das Ganze nennt sich «SOS Angebot 20plus».

Fehlende Erfahrung als Schwierigkeit

«Es geht darum, die Zielgruppe der jungen Erwachsenen beim Berufseinstieg zu unterstützen», erklärt Ursula Kessler, Leiterin der Abteilung Erwachsenenbildung des BIZ Urdorf. Denn wer erst vor kurzem die Lehre abgeschlossen habe und noch kaum berufliche Erfahrung mitbringe, habe es besonders schwer bei der Stellensuche, so Kessler.

Doch obwohl junge Erwachsene überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit betroffen sind, gibt es auch gute Nachrichten: Meistens dauert für sie die Zeit ohne Job nicht allzu lange. 80 Prozent der 20- bis 30-Jährigen finden innerhalb von sechs Monaten wieder Arbeit.

Trotzdem, so Kessler, sei das Ausdehnen der SOS-Angebote auf die über 20-jährigen Lehrabgänger nötig. Denn das Verkürzen der Stellensuche sei auf jeden Fall wünschenswert. Andererseits hoffe man auch, zusätzliche Hilfestellung für diejenigen anzubieten, die mehr Mühe hätten, ins Berufsleben einzusteigen.

Dazu gäbe es verschiedene Ansätze, welche auf die jungen Erwachsenen angepasst werden könnten, so Kessler: «Das Angebot ist ziemlich breit, es ist sehr viel möglich.» Nebst Unterstützung bei der Stellensuche gehörten auch das Aufzeigen von Alternativen wie Zusatzausbildungen oder Auslandaufenthalte dazu.

Im Rahmen der «SOS Angebote 20plus» arbeiten die kantonalen Berufsberatungsstellen eng mit den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zusammen. Wie Peter Greif, Leiter des RAV Dietikon, betont, sei es dabei jedoch kein Thema, ob sich jemand bei der einen oder anderen Stelle beraten lassen soll. «Wenn jemand nach der Lehre keine Anschlusslösung hat, soll er sich auf jeden Fall beim RAV melden», so Greif. Im Rahmen der «SOS Angebote 20plus», wie auch in anderen Fällen, ergänze man sich in der Zusammenarbeit, sodass man den bestmöglichen Service bieten könne.

Termine auch kurzfristig erhältlich

Das «SOS Angebot 20plus» soll ein niederschwelliges Angebot sein, wie Kessler unterstreicht. «Wir gehen davon aus, dass Ratsuchende auch kurzfristig einen Termin erhalten.» Das Angebot ist vorerst bis Ende Jahr befristet.