Nordkorea

Nordkorea teilt heftig gegen die USA und einige EU-Staaten aus

Das Gesprächsklima zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Diktator Nordkoreas Kim Jung Un scheint sich abzukühlen - Nordkorea erklärte am Samstag die Verhandlungen über eine Denuklearisierung des Landes für beendet. (Archivbild)

Das Gesprächsklima zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Diktator Nordkoreas Kim Jung Un scheint sich abzukühlen - Nordkorea erklärte am Samstag die Verhandlungen über eine Denuklearisierung des Landes für beendet. (Archivbild)

Die nordkoreanische Uno-Vertretung hat Gesprächen mit den USA über eine Denuklearisierung eine Absage erteilt. Zugleich holte sie zu einem verbalen Rundumschlag gegen mehrere EU-Staaten aus.

In einer Stellungnahme der Nordkoreaner, die am Samstag in New York veröffentlicht wurde, heisst es, "längliche Gespräche" mit den USA seien derzeit nicht nötig und eine Denuklearisierung sei vom Tisch. Der von den USA geforderte nachhaltige und substanzielle Dialog sei nur ein Trick, um Zeit zu gewinnen, damit das Thema in die innenpolitische US-Agenda passe, erklärte zudem Nordkoreas Uno-Botschafter Kim Song am Samstag. Mit Denuklearisierung ist in den Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang die atomare Abrüstung Nordkoreas gemeint.

USA reagieren gelassen

US-Präsident Donald Trump selbst wollte sich am Samstag nicht detailliert dazu äussern. "Wir werden sehen", sagte er lediglich vor Reportern. Das Verhältnis zu Nordkorea sei sehr gut, aber es gebe ohne Frage auch Anfeindungen.

Zugleich teilte die nordkoreanische Vertretung heftig in Richtung Europa aus. Sechs EU-Staaten hätten Nordkorea vor wenigen Tagen einem gemeinsamen Statement auf bösartige Weise verurteilt, hiess es in der Stellungnahme. Dass sie vollkommen legitime Schritte Nordkoreas derart kritisierten, sei eine "ernsthafte Provokation", "dumm" und Ausdruck ihrer "Paranoia". Diese EU-Staaten spielten den "Schosshund" für die USA. Ihre Anbiederung an die USA sei "jämmerlich".

Besorgnis geäussert

Belgien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Polen und Estland hatten am Mittwoch nach einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrates in New York zusammen ihre Besorgnis über "provokante Handlungen" Nordkoreas erneut bekräftigt. Zuvor hatte das mächtigste Uno-Gremium hinter verschlossenen Türen über die jüngsten Raketentests Pjöngjangs beraten.

Auch der Ton zwischen Washington und Pjöngjang hatte sich zuletzt wieder verschärft. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea sind seit ihrem gescheiterten Gipfel im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen.

Pjöngjang hatte einseitig eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Bis dahin solle Washington neue Vorschläge vorlegen. Es gibt in Südkorea die Befürchtung, Nordkorea könnte sein Moratorium für Atomversuche und Tests von Langstreckenraketen aufheben.

Angesichts fehlender Fortschritte bei den Gesprächen über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas hatte sich Trump am Freitag auch telefonisch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In beraten, wie das Weisse Haus am Samstag mitteilte.

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