Fusion

Nun sind die MItglieder gefragt

Sofern die Mitglieder am 19. Mai zustimmen, ist die Fusion von Stadtvereinigung und Gewerbeverein Solothurn perfekt. Das neue Kind nennt sich Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSo.

Wolfgang Wagmann

Eine «starke Organisation mit mehr Gewicht und Durchsetzungskraft» verbunden mit der «Nutzung von Synergien auch für zusätzliche Aktivitäten zum Nutzen der Mitglieder»: Das möchten die Stadtvereinigung und der Gewerbeverein mit der Fusion erreichen. Die Stadtvereinigung als Interessengemeinschaft des städtischen Detailhandels zählte bisher 290 Mitglieder, der Gewerbeverein als Standesorganisation 400. Zunehmend war es jedoch zu Überlappungen gekommen - so waren beispielsweise schon vor der Fusion 120 Mitglieder in beiden Vereinen dabei. Der grössere Knackpunkt war das Geld: Dank ihren Geschenkgutscheinen steht die Stadtvereinigung wesentlich besser da als der vornehmlich auf Mitgliederbeiträge angewiesene Gewerbeverein.

«Aufgrund unseres wesentlich höheren Vermögens war es deshalb wichtig, dass künftig 20 Prozent des Gesamtertrags für das Stadtmarketing reserviert werden», weist Christoph Lengwiler auf eine «Sperrklausel» hin, die verhindern soll, dass der Stadtvereinigungs-Tresor für politische Aktivitäten geleert wird. Immerhin liegt auch bereits ein gemeinsames Budget von jährlich 224 000 Franken vor. Dabei werden die Mitglieder höhere Beiträge zu entrichten haben - und zwar «aufgrund des zu erwartenden höheren Nutzens».

Reinmann als neuer Geschäftsführer

Ursprünglich hatte man einen neuen Präsidenten für die neue Vereinigung gesucht, und Christoph Lengwiler räumt auch ein, «die Idee ist schon, dass es einen zusätzlichen Präsidenten gibt.» Dennoch könnte er sich darunter weiterhin ein Co-Präsidium für die Bereiche Gewerbe und Interessenvertretung des Detailhandels vorstellen. Letztere wird auch schon durch Manor-Direktor Pierre Monferini und Alfred Stähli (Bücher Lüthy) wahrgenommen. Im Vorstand fungiert auch Regiobank-CEO Markus Boss als Vizepräsident und Tourismusdirektor Jürgen Hofer als Vertreter von Region Solothurn Tourismus. Ursprünglich als dritter Partner einer «ganz grossen Fusion» gedacht, hatte man darauf verzichtet, weil die Tourismusorganisation weitgehend «am Tropf» der Stadt hängt und damit die Unabhängigkeit der neuen Vereinigung gelitten hätte.

Ein näheres Zusammenrücken wäre für Lengwiler dennoch «ideal». Auch so hat die Stadt ein Bein in der Türe: Stadtschreiber Hansjörg Boll ist für die «Koordination und Kontakte» seitens der Einwohnergemeinde zuständig.
Festhalten will man an dem vor einigen Jahren in der Stadtvereinigung auf Mandatbasis verpflichteten Geschäftsführer. Der bisherige Amtsinhaber Beat Steffen wird sich noch bis Ende Juni darum kümmern, dann tritt mit Willy Reinmann der ehemalige Chef des kantonalen Amtes für Jugend und Sport in seine Fussstapfen. Dem Geschäftsführer obliegt vor allem das Geschenkgutscheinwesen und auch die Koordination mit dem Märet-Fescht-OK, das jedoch weiterhin von Marco Lupi geführt wird.

«Alles ist irgendwie politisch»

Der bisherige Gewerbevereinspräsident Stefan Blaser glaubt, dass «wir mit der Vernetzung schlagkräftiger werden und neu näher an der Basis sind». Man könne Gewerbeanliegen nun besser vorantreiben, denn die Stadtvereinigung habe bisher politisch das Feld eher dem Gewerbeverein überlassen. «Letztlich ist aber alles politisch», verweist Blaser auf das Beispiel Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.

Einen weitern Effekt hat die Fusion übrigens auch noch: Die neue Stadt- und Gewerbevereinigung wird mit 50 Prozent Aktienanteil zum grössten Aktionär der Rythalle AG, welche die Messen HESO und Socasa ausrichtet.

Meistgesehen

Artboard 1