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Onlineportal «Watson»: AZ-Verleger Peter Wanner investiert 20 Mio. Franken

Peter Wanner: «Ich kann ja nicht nur in eine Druckmaschine investieren, sondern muss auch in New Technology und Mobile investieren, denn da wird die Post abgehen.»

Peter Wanner: «Ich kann ja nicht nur in eine Druckmaschine investieren, sondern muss auch in New Technology und Mobile investieren, denn da wird die Post abgehen.»

Das Onlinemedienportal «Watson», das der frühere «20 Minuten»-Online-Chefredaktor Hansi Voigt aufbaut, geht im ersten Quartal 2014 definitiv an den Start. AZ Medien und BT Holding von Peter Wanner beteiligten sich am Projekt.

Im Verwaltungsrat der AZ Medien wurde Anfang vergangener Woche der entscheidende Vertrag unterzeichnet, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet.

Die AZ-Medien und Wanners private BT Holding beteiligen sich je zur Hälfte an Voigts Fixxpunkt AG. Zehn Prozent der Aktien werden für die Gründer reserviert und fünf Prozent für die Mitarbeiter.

Für das Projekt, das auf mobile Mediennutzer ausgerichtet ist, wird für die nächsten drei bis vier Jahre mit einem Finanzierungsbedarf von 20 Millionen Franken gerechnet. «Mich haben der Pioniergeist, die Macherqualitäten und die journalistische Leidenschaft von Hansi Voigt überzeugt», begründet Peter Wanner gegenüber der «Schweiz am Sonntag», die ebenfalls in seinem Verlag erscheint, den positiven Investitionsentscheid.

Für Wanner geht es mit «Watson» auch darum, ins digitale Mediengeschäft vorzustossen: «Ich kann ja nicht nur in eine Druckmaschine investieren, sondern muss auch in New Technology und Mobile investieren, denn da wird die Post abgehen. Ich bin selber gespannt, welches Investment ertragreicher sein wird.»

Zwischen «20 Minuten»-Online und Newsnet

Das Bauchgefühl, so Wanner, sei «sehr gut», auch wenn bisher keine weiteren Investoren an Bord geholt werden konnten. Wanner: «Wir können das Projekt auch allein stemmen».

Gründer Hansi Voigt sagt: «Dass wir auf der grünen Wiese ein neues System entwickeln können, zugeschnitten auf die Bedürfnisse einer digitalen Redaktion für mobile Medieninhalte, ist für den Erfolg entscheidend».

Für Watson, das derzeit 15 Angestellte beschäftigt und fast täglich einen mehr, sollen beim Start gegen 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sein, davon über 40 Journalisten. «Wir wollen nicht einfach Inhalte zusammenklauen, sondern beim Publikum mit guten, eigenen Geschichten punkten», sagt Voigt, der sein künftiges Portal inhaltlich zwischen Newsnet und «20 Minuten»-Online positionieren will. «Wir werden nicht langweilig sein, aber auch nicht dumm». Was das konkret bedeutet, umschreibt Voigt so: «An einem Tag, an dem die ‹Tagesschau› zum wiederholten Mal über einen Gripen-Entscheid im Parlament berichten muss - was wichtig ist, aber keinen interessiert - wird das Topthema bei uns vielleicht US-Sängerin Miley Cyrus und ihre Sexkapaden sein - darüber reden alle, und auch darüber kann man intelligent berichten.»

Inhaltlich sei der grosse Vorteil von Watson, sagt Voigt, «dass wir alles können und nichts müssen». Dass er nur auf quotenträchtiges journalistisches Kurzfutter setzen wird, bestreitet er: «Es wird bei uns auch lange Reportagen geben, die kurzfristig kaum Klicks bringen, aber langfristig das Portal im Lesermarkt hochwertig positionieren.»

Geplant sind auch Kooperationen mit anderen Medien - mehr will er dazu allerdings noch nicht sagen.

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