Wie das Hamburger Unternehmen MC-Schiffahrt am Freitag auf seiner Website mitteilte, überfielen die Piraten am späten Mittwochabend das Schiff "MarMalaita". Die Reederei machte keine Angaben zur Staatsbürgerschaft der entführten Seeleute.

Das IMB teilte mit, es habe in den vergangenen Tagen Piraten-Überfälle auf zwei Schiffe vor der kamerunischen Küste gegeben. Neben dem deutschen Schiff sei auch ein griechisches in den Gewässern vor der kamerunischen Millionenstadt Douala angegriffen worden. Insgesamt seien dabei innerhalb weniger Stunden 17 Menschen entführt worden.

Das IMB erfasst Vorfälle und Daten zur Kriminalität auf den Meeren. Nach seinen Angaben fährt die "MarMalaita" unter der Flagge des Karibikstaates Antigua und Barbuda. Das IMB sprach eine Warnung an alle Schiffe an der Küste vor Douala aus.

Brennpunkt von Piraten-Angriffen

Kamerunische Behörden bestätigten die Entführung von insgesamt 17 Seeleuten. Nach Angaben aus kamerunischen Marinekreisen handelt es sich dabei mutmasslich um acht Ukrainer und neun Chinesen. Aus den Marinekreisen verlautete ferner, die Entführer seien "wahrscheinlich nigerianische Piraten". Kamerunische Einsatzkräfte fahndeten nach den Tätern, hiess es.

Nach IMB-Angaben hat sich der westafrikanische Golf von Guinea in den vergangenen Jahren zum internationalen Brennpunkt von Piraten-Angriffen entwickelt. Von den insgesamt 75 Seeleuten, die weltweit in der ersten Hälfte dieses Jahres als Geiseln genommen wurden, wurden laut IMB 62 im Golf von Guinea entführt.