Schweizer Detailhandel

Preisdruck? Während Migros und Coop mächtig schwitzen, fühlt sich Lidl pudelwohl

Lidl profitiert am meisten von den tiefen Preisen im Detailhandel.

Lidl profitiert am meisten von den tiefen Preisen im Detailhandel.

Die grossen Detailhändler kämpfen mit dem starken Franken. Nicht so Konkurrent Lidl. 2015 war ein tolles Jahr für den Deutschen Ableger in der Schweiz. Und noch «ein Kleiner» hat gut Lachen.

Die Schweizer Detailhändler spüren den starken Schweizer Franken. 2015 haben Coop, Migros und Co. 95,4 Milliarden Franken umgesetzt – das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Minus von über 2 Milliarden Franken ist jedoch im sogenannten Non Food-Sektor entstanden, schreibt das Marktforschungsunternehmen GfK in einer heute veröffentlichten Untersuchung. Hier wirkte der Einkaufstourismus besonders stark aus. Als grosser Verliererin ist die Dosenbach-Ochsner-Gruppe. Sie konnte 2014 noch fast 6 Prozent zulegen. Nun büsste sie diesen Zuwachs im letzten Jahr wieder ein.

Die Schweizer werden also immer preisbewusster. Deshalb gehörten auch im vergangenen Jahr die beiden deutschen Discounter Aldi und Lidl zu den Profiteuren. Mit einem Umsatzsprung von 9 Prozent, auf 870 Millionen Franken, lag Lidl bezüglich Wachstum an der Spitze. Damit rückte Lidl auf Rang 12 der grössten Detailhändler der Schweiz vor. Aldi Suisse ist auf Rang 5. Zusammen erreichten die beiden deutschen Günstiganbieter einen Marktanteil von 2,8 Prozent.

Infogram: Discounter in der Schweiz

Dieses Umsatzwachstum wurde erreicht, indem die beiden Discounter mehr Läden eröffnet haben. Aber auch die Neupositionierung – mehr einheimische Frischprodukte – hat offenbar den Schweizer  Konsumenten stärker zugesagt. Auch der Dorfladenspezialist Volg gehörte mit einem Umsatzplus zu den Gewinnern, während die Grossverteiler Migros und Coop solide Resultate erzielten. Bei der grössten Warenhauskette, Manor, machte sich insbesondere der Rückgang im Bekleidungsmarkt, der um rund 5 Prozent einbrach, bemerkbar.  

Infogram: Entwicklung des Schweizer Detailhandels

Der Verdrängungskampf wird sich 2016 weiter zuspitzen: In den ersten fünf Monaten des Jahres musste die Branche einen erneuten Umsatzrückgang verkraften. Rezessive Tendenzen dürften den Markt weiter negativ beeinflussen, so dass GfK für das Gesamtjahr einen Rückgang von rund  2 Prozent erwartet.

Infogram: Hitliste des Schweizer Handels 2015 aus Konsumentensicht

Autor

Andreas Schaffner

Andreas Schaffner

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