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Raiffeisen erzielt gutes Halbjahres-Ergebnis und legt Reserven für die nächsten Monate an

Die Raiffeisen-Gruppe konnte im ersten Halbjahr im Kerngeschäft zulegen.

Die Raiffeisen-Gruppe konnte im ersten Halbjahr im Kerngeschäft zulegen.

Die Raiffeisen-Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2020 ein gutes Finanzergebnis und einen Gewinn von 346 Millionen Franken. Das Ergebnis sei jedoch mit Vorsicht zu geniessen, so ein Raiffeisen-Vertreter.

(agl) «Das positive Ergebnis zeigt, wie gut die Raiffeisen-Gruppe funktioniert», sagte Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern. Im ersten Halbjahr steigerte sich der Geschäftserfolg von Raiffeisen um 15 Prozent auf 513 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Kundeneinlagen der Bank erhöhten sich von Januar bis Ende Juni um rund 10 Milliarden auf insgesamt 186 Milliarden Franken. Der Gewinn von 346 Millionen lag derweil mit rund 2,5 Prozent leicht unter der Vorjahresperiode.

Im Zinsgeschäft verzeichnet die Bankengruppe einen Zuwachs von 2,2 Prozent, was rund 25 Millionen Franken entspricht. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte um 23,7 Millionen Franken zu. Einzig das Handelsgeschäft war aufgrund von «nachlassenden Noten- und Devisentransaktionen» leicht rückläufig, wie die Bankengruppe mitteilte. Während das Hypothekengeschäft insgesamt mit dem Markt wuchs, nahmen die Hypothekarforderungen gegenüber Kunden derweil deutlich um insgesamt 3 Milliarden zu.

Einzelne Missbrauchsfälle bei Covid-Krediten bekannt

Grund dafür sind die knapp 2 Milliarden Franken, die als Covid-19 Bürgschaftskredite ausbezahlt wurden. Insgesamt seien rund 24'000 Anträge genehmigt worden, so Heinz Huber gegenüber den Medien. Jeder fünfte Covid-19-Kredit in der Schweiz sei damit von Raiffeisen vergeben worden. Der Bankengruppe seien einzelne Missbrauchsfälle bekannt, wonach beim Kreditantrag «unzutreffende Angaben gemacht wurden», so Huber. Dabei handle es sich jedoch um einen marginalen Teil.

Das positive Resultat im ersten Halbjahr sei aufgrund der trüben konjunkturellen Aussichten mit Vorsicht zu geniessen, sagte Finanzchef Christian Poerschke an der Telefonkonferenz. «Wir sind uns bewusst, dass die Situation in den kommenden Semestern herausfordernd bleibt.» Vorsorglich habe man deshalb die Reserven für allgemeine Bankrisiken um 75 Millionen Franken gestärkt. Mit den Reserven und der Strategie «Raiffeisen 2025» sei das Unternehmen gut aufgestellt, um weitere Herausforderungen zu meistern, so die Raiffeisen-Vertreter.

Raiffeisen startete Offensive für Wohneigentum

Die Raiffeisen-Gruppe lancierte ihre neue Strategie «Raiffeisen 2025» Ende Juni. Die Bankengruppe will ab 2021 rund 550 Millionen Franken investieren, um die Effizienz und Rentabilität zu steigern. So will Raiffeisen zum zentralen Partner für privates Wohneigentum werden und in diesem Bereich künftig einen Rundum-Service anbieten. Darüber hinaus sollen durch die Standardisierung und Digitalisierung von Prozessen weitere Effizienzgewinne erzielt werden, so die Bankengruppe.

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