Die Frage drängte sich auf. Anlass dazu gab der massive Stellenabbau von Novartis. Der Lokalrivale will über 2100 Stellen in der Schweiz abbauen. Hat Roche ähnliche Pläne? Es gebe keine solchen, sagte Konzernchef Severin Schwan kurz und knapp. Während der Telefonkonferenz zu den Neunmonatszahlen bekräftigte der Manager, dass die Schweiz auch weiterhin der Ankerpunkt für das Unternehmen bleibe.

Ein Blick auf den Personalbestand zeige, dass dieser seit Anfang Jahr stabil geblieben sei. «Natürlich kommt es innerhalb des Konzerns zu Verschiebungen in den unterschiedlichen Abteilungen, aber an der eigentlichen Zahl hat sich kaum etwas geändert». Und das solle auch in Zukunft so bleiben.

Völlig überraschend wäre ein solcher Schritt nicht gewesen. Roche ist derzeit mit dem Patentablauf von zwei der drei umsatzstärksten Medikamente betroffen. Doch wie die aktuellen Zahlen zeigen, kommt Roche bislang glimpflich davon. Beobachter als auch das Unternehmen selbst waren zu Beginn des Jahres skeptischer. Entsprechend konservativ war zunächst der Ausblick für das laufende Jahr.

Doch es kam anders. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der Umsatz um 7 Prozent auf 42,1 Milliarden Franken. Selbst zu konstanten Wechselkursen ergibt sich die gleiche Wachstumsrate. Roche hat dies vor allem neueren Medikamenten zu verdanken. Diese hätten ganze 90 Prozent zum Umsatzwachstum beigetragen, sagte Schwan.

An vorderster Stelle steht ein Mittel gegen Multiple Sklerose. Das Medikament namens Ocrevus spülte dem Pharmakonzern 1,7 Milliarden Franken in die Kasse, obwohl es erst im vergangenen Jahr in den USA die Zulassung erhielt.

Dennoch ist die Gefahr durch günstigere Versionen der umsatzstärksten Medikamente noch nicht gebannt. Diese Kopien werden in den USA im nächsten Jahr lanciert. Das Land ist mit Abstand der wichtigste Markt für Roche. Ob die neuen Medikamente den dann zu erwartenden Umsatzausfall ebenfalls ausgleichen können, bleibt abzuwarten. (mka)