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Rosige Aussichten bei Roche doch die Analysten meckern

Der Roche-Turm am Rhein in Basel-Stadt. Der hohe Frankenkurs schlug sich in der Rechnung negativ nieder.René Ruis / Keystone

Der Roche-Turm am Rhein in Basel-Stadt. Der hohe Frankenkurs schlug sich in der Rechnung negativ nieder.René Ruis / Keystone

Der Pharmakonzern hat so viele neue Produkte in Vorbereitung wie noch nie. Aber die Roche-Aktie rutschte

An der Medienkonferenz in Basel schwärmte Roche-Chef Severin Schwan weniger von den grundsoliden Zahlen, die der Pharmakonzern gestern vorlegte, sondern von den kommenden Medikamenten. Im vergangenen Jahr erhielten fünf Medikamente die Zulassung, weitere neun Wirkstoffe sind in der letzten Phase der klinischen Tests. «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns bei Roche jemals in einer solchen Situation befanden», sagte Schwan. Der Konzern mit weltweit 91 700 Angestellten und 14 700 in der Schweiz habe 2015 seine Ziele erreicht.

Vier «Durchbruchstherapien»

Vier Medikamente, die meisten von ihnen gegen Krebs, erhielten von der US-Zulassungsbehörde neu den Status eines «Durchbruchsmedikamentes». Damit liege Roche weltweit an der Spitze, verkündete Schwan nicht ohne Stolz. Dieser Status soll die Entwicklung und Prüfung von Medikamenten, welche für die Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen vorgesehen sind, beschleunigen. Dies, damit die Patienten so schnell wie möglich zu ihren Medikamenten kommen. Schwan wies darauf hin, dass das ganze «Medikamentenportfolio» von Roche innerhalb von 10 Jahren – so lange dauert der Patentschutz ab der Einführung im Schnitt – einmal komplett erneuert werde. Das heisst: Jedes Jahr fallen Umsätze in Milliardenhöhe weg.

Börse und Analysten zeigten sich trotz ansprechenden Gewinnzahlen enttäuscht. Hintergrund war, dass das letzte Quartal 2015 etwas schwächer ausgefallen war und dass die gestern bekannt gegebenen Aussichten für 2016 etwas bescheidener ausfielen als erwartet. Die Roche-Aktie schloss in der Folge bei Fr. 258.10 (–3,8%). Die Dividende wird ein weiteres Mal erhöht.

Nicht überraschend hatte der hohe Franken einen negativen Einfluss auf die Konzernrechnung. Der Konzerngewinn ging in Franken um fünf Prozent auf 9,05 Milliarden Franken zurück, wogegen er zu konstanten Wechselkursen um vier Prozent zunahm.

Milliardenschwere Medikamente

Zur guten Entwicklung beigetragen haben beide Geschäftsbereiche: Bei Pharma resultierte eine Zunahme von zwei Prozent, zu konstanten Wechselkursen eine von 5%. Die Diagnostika-Division hatte wegen des Wechselkurses ein Nullwachstum. Ohne den Wechselkurseffekt lag die Zunahme bei 6%.

Kombinationstherapien mit verschiedenen Medikamenten gewinnen an Bedeutung. So hat beispielsweise der «Renner» Herceptin nochmals Schub bekommen durch die Kombination mit Perjeta (gegen Brustkrebs). Die umsatzstärksten Medikamente sind Mabthera (Blutkrebs, Leukämie etc.) mit 7,05 Milliarden Umsatz, Avastin (gegen verschiedene Krebsarten) mit 6,68 Milliarden und Herceptin mit 6,53 Milliarden.

Preisdruck – (k)ein Problem

Bei Novartis hiess es am Vortag, der Preisdruck in den USA werde mit Sicherheit anhalten oder zunehmen. Roche sieht das etwas anders. Die Medikamente hätten einen derart hohen Nutzen, dass man die Medikamente sehr gerne einsetze und man auch den entsprechenden Preis bekomme.

Für die Immuntherapie hat Roche neun völlig neue Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Durch einen Kniff werden Krebszellen zum Bersten gebracht und damit für das Krebsmittel erkennbar eliminierbar gemacht. Für ein neues solches Medikament gegen Blasenkrebs hat der Konzern die Daten für die Zulassung bereits eingereicht. Hoffnung gibt es auch für eine neues Medikament gegen die schubweise und fortschreitende multiple Sklerose.

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