Die Ruag distanziere sich von den privaten Aussagen des Mitarbeiters, schreibt der Rüstungskonzern in der Nacht auf Samstag in einer Mitteilung. Diese würden die Haltung des Managements nicht widerspiegeln und würden nicht gebilligt werden. Ruag beziehe zu politischen Prozessen grundsätzlich keine Stellung.

Der "Blick" und die "Tamedia"-Zeitungen berichteten am Samstagmorgen unter Berufung auf eine Ruag-Sprecherin, dass dem Manager die Verantwortung für das Lateinamerika-Geschäft per sofort entzogen worden sei. Er solle künftig vorwiegend für Europa tätig sein.

Der hochrangige Firmenvertreter hatte gemäss der Mitteilung anlässlich einer Waffenmesse in Rio de Janeiro gesagt, dass er hoffe, dass die Ruag dank den Gesetzesanpassungen Bolsonaros ihre Aktivitäten in Brasilien und Lateinamerika ausbauen könne.

Der Ex-Militär Bolsonaro hatte im Wahlkampf versprochen, entschlossen gegen Kriminelle vorzugehen und die Sicherheitslage in Brasilien zu verbessern. Per Dekret lockerte er im Januar die Regeln für den Waffenbesitz, um das "Recht auf Notwehr" zu gewährleisten. Die Lockerung könnte nach Meinung von Kritikern dazu führen, dass Gewaltverbrechen in dem Land weiter zunehmen. Bolsonaro ist seit Anfang Jahr Präsident des grössten südamerikanischen Landes.