Alkoholkonsum

Schweizer trinken immer mehr Bier und dafür weniger Wein

Schweizerinnen und Schweizer haben letztes Jahr dem Alkohol weiterhin kräftig zugesprochen. Allerdings haben sich die Vorlieben etwas verändert: Statt Wein wird immer mehr Bier getrunken. Und auch harte Wasser haben es schwer.

Pro Kopf wurden statt 56,6 neu 57 Liter getrunken, wie die Eidg. Alkoholverwaltung (EAV) am Donnerstag mitteilte. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Anzahl steuerpflichtiger Brauereien in der Schweiz: Diese verdoppelte sich innerhalb von sechs Jahren nahezu - von 175 im Jahr 2006 auf 345 im vergangenen Jahr.

Zwar flossen statt 38,2 Liter nur noch 37 Liter Wein durch jede Schweizer Kehle. Dabei haben letztes Jahr sowohl Schweizer wie auch ausländische Winzer Boden verloren. Einziger anhaltender Trend in den letzten Jahren ist die zunehmende Beliebtheit von ausländischen Weissweinen.

Im Durchschnitt hat ein Bewohner der Schweiz 2011 rund 8,5 Liter reinen Alkohol getrunken. Nach drei leicht rückläufigen Jahren hat sich der Konsum damit stabilisiert.

Weniger gebrannte Wasser

Der Spirituosenkonsum liegt seit mehr als 10 Jahren stabil bei rund 1,6 Liter reinem Alkohol. Früher lagen gebrannte Wasser noch mehr im Trend: Der Rekord von knapp 12,6 Millionen Liter reinem Alkohol in Form von Spirituosen wurde im Brennjahr 1958/1959 verzeichnet.

Die EAV führt die Alkoholstatistik seit 125 Jahren. Ein Blick in ihre Archiv zeigt: Im Jahr 1900 wurde doppelt so viel getrunken wurde wie heute. Nämlich 17 Liter reiner Alkohol pro Kopf.

Die EAV selber sieht im Jubiläumsjahr ihrer Auflösung entgegen. Sie wird im Rahmen der Totalrevision des Alkoholgesetzes in die Eidgenössische Zollverwaltung integriert. Das EAV-Profitcenter Alcosuisse, welches das Importmonopol für Ethanol ausübt, wird privatisiert.

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