Im Nobel-Skiort St. Moritz kennt man seinen Namen: Reto Mathis bekochte im «La Marmite» seit 1976 die Reichen und Schönen. Zu seinen Gästen gehören unter anderem Donald Trump, die Klitschko-Brüder oder der Schah von Persien.

Doch der Mathis wollte nicht nur Trüffel- und Kaviarspezialitäten mitten im Bergpanorama zubereiten. 2016 eröffnete er am Bahnhof Zürich Oerlikon sein Snack-Konzept «Krispy Kröst», mit dem er grosse Pläne hatte. Dort verkaufte er Flammkuchen mit Speck, Lachsstreifen oder Pilzen für 7 bis 14 Franken.

Damals sagte der Mitgründer des St. Moritzer Gourmet Festivals, dass bereits zehn weitere Filialen an hochfrequentierten Standorten in Planung seien. Auch eine Expansion ins Ausland fasste Mathis mit «Krispy Kröst» ins Auge, schliesslich entsprächen seine Rezepte dem Trend der gesunden Schnellverpflegung.

Burger statt Flammkuchen

Doch so weit ist es nie gekommen. Vor einigen Wochen wurde die Filiale in Oerlikon geschlossen. Verkauft wird heute Ungesünderes: Cheeseburger und Pommes frites der Restaurant-Kette The Butcher. Es dürfte bei der einen Flammkuchen-Filiale bleiben. Denn wie dem Handelsblatt zu entnehmen ist, befindet sich die Firma in Liquidation. Das Konkursamt Riesbach-Zürich hat kürzlich das Konkursverfahren eröffnet.

Zu den Gründen für das Aus, dem finanziellen Verlust und allfällig ausstehenden Rechnungen äussert sich Mathis nicht. Er lässt ausrichten, dass er momentan keine Auskunft darüber geben könne, da die Liquidation noch nicht abgeschlossen ist.

Geschlossen ist nach einem halben Jahrhundert inzwischen auch das «La Marmite». Ende letzten Jahres machte Mathis auf Corviglia, dem Hausberg von St. Moritz, dicht. Als Grund für die Schliessung nannte er die ökologische Veränderung des Wintersports. Stattdessen eröffnete Mathis vergangenen Sommer das neue «CheCha Restaurant & Club» oberhalb von St. Moritz mit regionalen und veganen Spezialitäten. Benjamin Weinmann