Dermatologie

Spirig-CEO nach Verkauf: «Galderma erfüllt alle strengen Kriterien»

Beat Sägesser (CEO von Spirig) und Humberto C. Antunes (Chef von Galderma) an der Medienkonferenz.

Beat Sägesser (CEO von Spirig) und Humberto C. Antunes (Chef von Galderma) an der Medienkonferenz.

Der Lausanner Hautproduktehersteller Galderma übernimmt die Solothurner Spirig Pharma. Die Nestlé-Tochter wird damit zum marktführenden Dermatologieunternehmen in der Schweiz. Egerkingen soll als Hauptsitz im Schweizer Markt genutzt werden.

Mit dem Lausanner Hautproduktehersteller Galderma hat Spirig Pharma einen Wunschbesitzer gefunden. Die Erfolgsgeschichte könnte nun weiter gehen, sagten die Verantwortlichen vor den Medien in Egerkingen. Bereits Ende Januar soll die Transaktion abgeschlossen sein. Wie viel sie kostet, wird nicht bekanntgegeben.

Galderma will den Standort von Spirig Pharma in Egerkingen zum Hauptsitz in der Schweiz machen und als eine Art Kompetenzzentrum, als ein sogenanntes Center of Excellence, nutzen. Der weltweite Hauptsitz bleibt in Lausanne.

Alle Mitarbeitenden von Spirig werden voraussichtlich im Unternehmen weiterbeschäftigt. "Es ist eine Wachstumsstrategie", sagte Humberto C. Antunes, Chef von Galderma vor Journalisten. Es habe Platz für alle, die die Leidenschaft der beiden Unternehmen für Dermatologie teilen. Im vergangenen Jahr beschäftigte Spirig 390 Mitarbeitende, davon 270 in der Schweiz.

Marke Spirig bleibt

Auch die Geschäftsleitung von Spirig wird im Unternehmen bleiben. "Ich habe viele Ideen, doch vieles ist noch nicht ganz genau festgeschrieben", sagte Antunes. Auch wie die wohl als Tochter geführte Spirig genau heissen wird, ist noch nicht klar. Doch die Marke Spirig und die Produkte sollten grundsätzlich erhalten bleiben.

Spirig-Chef Beat Sägesser betonte, durch die Übernahme würden sich neue Chancen ergeben für das Unternehmen sowie für seine Mitarbeitenden. Beispielsweise öffneten sich neue Vertriebsmöglichkeiten.

Spirig Pharma war seit längerem auf der Suche nach einem Partner. Bereits im November 2011 hat das Unternehemen seine Generika-Sparte an die deutsche Stada verkauft. Dass der neue Besitzer ein Schweizer Unternehmen sei, freue ihn besonders, sagte Sägesser.

"Wir haben die gleiche Kultur, die gleichen Ansätze. Unsere Erfolgsgeschichte kann nun weitergehen", sagte er. Galderma erfülle wirklich alle strengen Kriterien, die man bei der Suche nach einem neuen Eigentümer von Beginn an gesetzt hatte.

Galderma neue Schweizer Nummer Eins

Die Westschweizer Galderma wird durch Spirig nicht nur weltweit grösser, sondern macht das Unternehmen auch in seinem Heimatland Schweiz zum marktführenden Dermatologieunternehmen - eine Position, die dem Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern und 31 Tochterunternehmungen bisher verwehrt blieb.

Zusammen mit Spirig kommt Galderma nun insgesamt auf einen Umsatz von rund 1,7 Mrd. Franken. Spirig alleine setzte 2011 weltweit 98,4 Mio. Fr. um. Galderma ist eine gemeinsame Tochter des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé und des französischen Kosmetikkonzerns L'Oréal.

Galderma konzentriert sich auch nach dem Kauf von Spirig Pharma auf die drei Segmente verschreibungspflichtigen Medikamente (Rx Portfolio), Arzneimittel und Medizinprodukte (A&C Portfolio) sowie frei verkäuflichen Medikamente und therapeutischen Hautpflege (OTC Portfolio).

Für letzteres schwebt dem Unternehmen die Vision vor, ein Pionier zu werden, der eine ganz neue Kategorie der Dermatolgie schafft. Rund 20 Prozent der Einnahmen werden jeweils in Forschung und Entwicklung gesteckt.

Spirig ist vor allem stark für Produkte, die dermatolgische Probleme wie Sonnenschäden behandeln - bei der Sonnencrème ist vor allem Daylong bekannt. Zudem verfügt das Unternehmen über eine Palette von Produkten zur Prävention von Hautveränderungen, die als Vorstufe von Hautkrebs gelten. Zu den bekanntesten Marken zählt weiter Exipial.

Spirig ist ein rund 60-jähriges Unternehmen und ging aus einer Oltener Apotheke hervor. Seit 1974 ist es eine Aktiengesellschaft.

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