Kommentar

Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit: Es ist die falsche Zeit für Schuldzuweisungen

Rund 18'000 Menschen mehr waren im März arbeitslos. (Symbolbild)

Rund 18'000 Menschen mehr waren im März arbeitslos. (Symbolbild)

Die Arbeitslosigkeit hat in der Schweiz stark zugenommen. Der Anstieg hat nichts mit Massenentlassungen zu tun - sondern viel mehr damit, dass in der Coronakrise keine neuen Stellen auf den Markt kommen.

Die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit im März um fast 18'000 Personen ist ein Schock mit Ansage. Ein Schock, weil der Bundesrat mit der massiven Ausweitung des Geltungsbereichs für Kurzarbeitsentschädigungen genau das verhindern wollte. Offensichtlich ist ihm dies nur bedingt gelungen. Zudem folgt der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosenquote auf einen fortwährenden Rückgang über mehr als zwei Jahre hinweg, was die Schockwirkung noch verstärkt.

Dennoch kommt die Hiobsbotschaft auch mit Ansage. Niemand konnte ernsthaft erwarten, dass just in diesen bizarren Zeiten des Stillstandes nicht mehr Leute als sonst ohne Arbeit dastehen würden. Es mag stimmen, dass einzelne Unternehmen jetzt die Gunst der Stunde nutzen, um unliebsame Mitarbeitende auf die Strasse zu stellen, wie der Gewerkschaftsbund am Dienstag umgehend insinuierte.

Doch für das Erdbeben auf dem Arbeitsmarkt gibt es einen viel einfacheren Grund: Der Organismus ist durch den Stillstand ausser Kraft gesetzt. In normalen Zeiten gehen auf dem Arbeitsmarkt jeden Tag ein paar hundert Stellen verloren. Doch ebenso viele kommen hinzu – vorausgesetzt, dass sich Angebot und Nachfrage ungehindert treffen können. Das hat in der Schweiz bislang hervorragend geklappt – nicht zuletzt deshalb, weil der Markt hierzulande freier spielen darf als anderswo. Dass dieses Gleichgewicht jetzt gestört ist, liegt auf der Hand. Für voreilige Schuldzuweisungen ist jetzt nicht die Zeit.

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