Der Vermisste sei letztmals am Samstagvormittag um 9.10 Uhr in der Skistation um das Klein Matterhorn gesehen worden, sagte am Mittwoch Mathias Volken von der Kantonspolizei Wallis vor Medienvertretern in Zermatt. Die Suche sei deshalb auch auf das italienische Gebiet ausgeweitet worden.

Zusammenarbeit mit Familie

"Trotz schlechter Witterungsverhältnisse konnte die Suche mit allen Mitteln durchgeführt werden. Die Suche wurde auch nicht ausgesetzt", sagte Volken. Die Zusammenarbeit mit der Familie, mit den italienischen Behörden und den Rettungskräften sei sehr gut verlaufen.

Nach dem Eingang der Vermisstmeldung wurden sofort Suchtrupps zusammengestellt. Auch mittels Helikopter sei Haub gesucht worden, sagte Anjan Truffer, Leiter der Rettungsstation Zermatt.

Das Handy des Deutschen wurde letztmals am Samstag in der Region Trockener Steg geortet, eine Station unterhalb des Klein Matterhorn. Das Gebiet sei sehr gross. "Der Vermisste kann praktisch überall sein", sagte Truffer.

Bei der Suche standen bis zu 50 Einsatzkräfte im Einsatz. Der Vermisste sei am Freitag angereist und habe am Samstag eine Skitour als Vorbereitung für das Skitouren-Rennen Patrouille des Glaciers unternehmen wollen, sagte Truffer. Der Wettkampf beginnt am Dienstag. Haub hatte sich mit einer Dreier-Patrouille für den langen Parcours angemeldet.

Vorbereitung für Patrouille des Glaciers

Nach Angaben der Angehörigen wollte sich Karl-Erivan Haub akklimatisieren und eine Skiabfahrt machen, wie Truffer anfügte. Trotz der Suche mit Ortungsgeräten an Helikoptern und durch in Gletscherspalten abgeseilte Rettungskräfte konnte der 58-Jährige bislang nicht gefunden werden.

Auch auf italienischer Seite wurden sämtliche Biwaks und Gebiete abgesucht, wie Adriano Favre von den Rettungskräften des Aostatals sagte. Auf beiden Seiten wurde die Suche bislang nicht unterbrochen.

Die Suche sei durch die hohen Windgeschwindigkeiten erschwert worden, sagte Gerold Biner, Chef der Air Zermatt. Dennoch habe die Air Zermatt alle Aufträge erfüllen können. Man werde alles daran setzen, die Suche fortzusetzen.

Noch geringe Überlebenschancen

Dem vermissten Tengelmann-Chef werden nach wie vor Überlebenschancen eingeräumt, wenn auch geringe. Neben möglichen Verletzungsmustern müsse man vor allem die Unterkühlung berücksichtigen, sagte Axel Mann, Rettungsarzt der Air Zermatt.

Wie schnell jemand an Unterkühlung leide, hänge von Faktoren wie der Kleidung, des Biwaks und des Ortes ab. Es gebe vor allem in den ersten zwei bis drei Tagen eine Überlebenschance, danach nur noch eine geringe.

Regelmässig zu Gast in Zermatt

Bei der Suche habe bisher keine Rolle gespielt, dass Karl-Erivan Haub aus einer vermögenden Unternehmerdynastie stamme, sagte Rettungschef Truffer vor mehreren auch aus Deutschland angereisten Medienvertretern. Erst bei der Frage, wie lange die Suche fortgesetzt werde, spielten die Mittel der Familie eine Rolle.

In Zermatt war der Unternehmer aus Deutschland kein Unbekannter. "Er ist ein grosser Liebhaber von Zermatt", sagte Truffer. Jedes Jahr sei Haub eine bis zwei Wochen zum Skifahren ins Wallis angereist. "Viele der Bergführer und Rettungskräfte kannten ihn persönlich."