Metallindustrie

Swissmetal schickt wegen Geldmangels 150 Angestellte nach Hause

Fabrikhalle von Swissmetal im solothurnischen Dornach

Fabrikhalle von Swissmetal im solothurnischen Dornach

Der Kupferprodukte-Hersteller Swissmetal hat bis auf weiteres die Produktion in Dornach SO eingestellt. Das sanierungsbedürftige Unternehmen begründet dies mit dem Entscheid seiner Bank, die Metalllager in Dornach zur Kreditsicherung temporär zu schliessen.

Die Schliessung dieser Lager lasse eine Produktion nicht zu, teilte Swissmetal am Montagabend mit. Die finanzierende Bank habe die Schlüsselgewalt über die Metalllager, die zur Besicherung der Kreditlinien dienten.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung arbeiteten mit Hochdruck an einer Stabilisierung der Liquidität, schreibt Swissmetal. Am kommenden Mittwoch finden dazu Gespräche mit der Bank statt.

150 Angestellte betroffen

Vom Produktionsstopp sind rund 150 Arbeitnehmende betroffen, wie die Gewerkschaft Unia mitteilte. Diese Angestellten seien mit sofortiger Wirkung nach Hause geschickt worden.

Angesichts der unklaren Situation brauche es ein sofortiges Treffen mit der neuen Geschäftsleitung, schreibt die Gewerkschaft. Sie verlangt von der neuen Swissmetal-Konzernführung "eine offene und transparente Information" sowie eine "enge Zusammenarbeit mit der Belegschaft, um die Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten".

Bis auf weiteres hält Swissmetal die Produktion im bernjurassischen Werk in Reconvilier aufrecht, wie der Kupferprodukte-Hersteller mitteilte. Im deutschen Lüdenscheid sei die Produktion unabhängig finanziert und deshalb stabil.

Ebenfalls am Montagabend teilte Swissmetal mit, der Verwaltungsrat habe mit sofortiger Wirkung eine neue Gruppenleitung aufgestellt. Sie besteht aus Arturo Giovanoli, Jean-Pierre Tardent, Reinhold Maciejewski und Martin Steinbrück. Die neue Struktur folge der Standortlogik, teilte Swissmetal mit.

Köpferollen

Am späten Sonntagabend hatte Swissmetal bekanntgegeben, dass der neue Verwaltungsrat den bisherigen Konzernchef Olaf Schmidt-Park gefeuert habe. Die Tätigkeit von Schmidt-Park, der das Amt an der Konzernspitze erst vor etwas mehr als einem Jahr angetreten hatte, ende mit sofortiger Wirkung.

Neuer Chef wird der Delegierte des Verwaltungsrats Patrick Huber-Flotho. Mit der Wahl von Huber-Flotho werde auch die operative Gesamtleitung des Unternehmens neu geordnet, hiess es. In Kürze erfolge eine "organisatorische Neuordnung auf Geschäftsleitungsebene".

Swissmetal steckt in finanziellen Schwierigkeiten: Im letzten Jahr fiel ein Verlust von 26,1 Mio. Fr. an - es war der dritte Jahresverlust in Folge. Und neue Investoren scheinen derzeit nicht in Sicht.

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