Der Zürcher Medienkonzern Tamedia hat sich die Akquisition der «Basler Zeitung» viel Geld kosten lassen. Die Aktiven des Basler Medienhauses, das faktisch nur noch aus der Redaktion und den verkauften Zeitungsexemplaren besteht, wurden mit 75,4 Millionen Franken bewertet.

Da bei der Transaktion im Oktober 2018 gleichzeitig Verbindlichkeiten in Höhe von 24 Millionen Franken bestanden, beträgt der effektive Kaufpreis 51,4 Millionen Franken. Dies geht aus dem ausführlichen Geschäftsbericht hervor, den die börsenkotierte Tamedia heute publiziert hat.

Der Wert der Zeitung besteht zu 59 Millionen Franken aus immateriellen Anlagen. Die Tamedia schreibt selbst, dass 25,7 Millionen Franken als Goodwill betrachtet werden müsse, der «durch die starke Marktstellung in der Region Basel sowie durch erwartbare Synergien» begründet sei.

Anders als vom vormaligen Besitzer Christoph Blocher gerne betont, hat die «Basler Zeitung» zuletzt gemäss Rechnung der Tamedia rote Zahlen geschrieben. Für das Jahr 2018 habe die Zeitung bei einem Ertrag von 33,8 Millionen einen Verlust von 1,8 Millionen Franken verzeichnet, rechnen die neuen Zeitungsbesitzer in ihrem Jahresbericht vor.

Ob das Basler Zeitungsengagement für Blocher kommerziell nun ein gutes oder ein schlechtes Geschäft geworden ist, lässt sich aufgrund der vorliegenden Informationen nur unvollständig abschätzen. Beachtlich ist immerhin der Nettoerlös von gut 50 Millionen Franken, den er mit dem Verkauf an die Tamedia lösen konnte.

Als die Familie Hagemann das Medienhaus 2010 verkaufte, wurde es mit 170 Millionen Franken bewertet, wobei gleichzeitig 100 Millionen Franken als Schulden auf dem Unternehmen lastete. Netto war es damit trotz damals deutlich höherer Auflage der Zeitung sowie einer funktionstüchtigen Druckerei samt Immobilien nur gerade 20 Millionen Franken teurer.

In den ersten Jahren nach dem Verkauf, in denen Blocher bloss hinter den Kulissen agierte, resultierten Sanierungskosten in Höhe von rund 30 Millionen Franken. Als er dann das Versteckspiel aufgab, entschuldete er die Firma, indem er ihr für 65 Millionen Franken die Immobilien abkaufte.

Die Räumlichkeiten, in denen heute noch die Redaktion arbeitet, hat er mittlerweile wieder verkauft. Den grossen Industriekomplex am Nordrand der Stadt Basel hat er unter anderem an Roche vermietet und hält Blocher über seine Immobiliengesellschaft Robestate AG.

Bescheiden ist, was Blocher zur Arrondierung seines neuen Gratiszeitungs-Reichs aufwerfen musste. Die zwei Drittel der «Tagblatt»-Aktien, die er von der Tamedia übernahm, kosteten ihn 5 Millionen Franken; den «Furttaler» hat ihm die Tamedia für 1,1 Millionen Franken verkauft.