Durchmesserlinie

Testzüge passieren Zürcher Durchmesserlinie

Einfahrender Zug im Bahnhof Löwenstrasse in Zürich

Einfahrender Zug im Bahnhof Löwenstrasse in Zürich

Die Zürcher Durchmesserlinie (DML) - das grösste innerstädtische Bahnprojekt der Schweiz - ist für den Betrieb bereit. In einer grossen Hauptprobe fuhren am Samstag die ersten Testzüge über den unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse und durch den Weinbergtunnel - allerdings noch ohne Passagiere.

Mit dem Probebetrieb 64 Tage vor der offiziellen Inbetriebnahme der DML übte die SBB mit ihrem Personal alle möglichen Störungsfälle und überprüfte dabei auch sämtliche Kundeninformationssysteme in den Zügen und am Bahnhof.

Beim Testbetrieb verkehrten 60 Testzüge zwischen Wiedikon und Oerlikon. Zum Einsatz gelangten sämtliche Fahrzeugtypen der S-Bahn-Flotte, ein zweiteiliger Intercity-Neigezug (ICN) sowie ein IC2000.

Die 30 Lokführer - je zwei pro Führerstand - waren vorgängig in einer Videoschulung mit den Gegebenheiten auf der neuen Linie vertraut gemacht worden. Insgesamt werden für die DML 5000 Mitarbeitende geschult.

Steigungen problemlos gemeistert

Geübt wurden neben Regel- und Störungsfahrten am Samstag auch technische Fahrten. Diese sollten Aufschluss geben, wie die Züge die Steigungen von bis zu 37 Promille meistern. Dieser Test sei problemlos verlaufen, sagte Gesamtprojektleiter Roland Kobel. Die Berechnungen hätten sich als richtig erwiesen.

Als Meilenstein bezeichnete Kobel die Inbetriebnahme der Stellwerke vor einer Woche. Damit sei sichergestellt worden, dass die DML am 15. Juni für den S-Bahn-Betrieb freigegegeben werden könne. Die Fernverkehrszüge verkehren auf der neuen Strecke zwischen Zürich-Altstetten und Zürich-Oerlikon erst am Dezember 2015, wenn die Brückenbauwerke im Westabschnitt fertiggestellt sind.

Mit dem Verlauf des Probebetriebes zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden. Das Meiste habe gut funktioniert, stellte Pascal Rechsteiner, der für die Inbetriebnahme zuständige Projektleiter, fest. Nun gelte es noch, kleinere Mängel zu beheben.

Positiv ist sein Fazit auch zur grossen Evakuierungsübung mit rund 500 Figuranten in der vergangenen Woche. Die Personenströme hätten sich im Tunnel im Grossen und Ganzen so verhalten, wie man sich das vorgestellt habe.

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