Wirtschaft

Teures Augenmedikament: Die Krankenkasse Helsana geht auf Konfrontation mit dem Bund

Helsana-Chef Daniel Schmutz.

Helsana-Chef Daniel Schmutz.

Würde ein günstigeres Präparat gegen eine Form von Altersblindheit namens AMD eingesetzt, liesse sich viel Geld sparen. Für Helsana-Chef Daniel Schmutz ist es absolut unverständlich, wieso dieses Sparpotenzial seit Jahren ungenutzt bleibt.

Vergütung Helsana-Chef Daniel Schmutz hat keine Geduld mehr: «Seit Jahren liegt ein grosses Einsparpotenzial einfach brach, was absolut unverständlich ist». Er geht deshalb nun auf Konfrontationskurs mit dem Bundesamt für Gesundheit. Dieses entscheidet, welche Medikamente von den Krankenversicherungen vergütet werden müssen und welche nicht.

Schmutz macht zum ersten Mal öffentlich, dass Helsana entgegen dem Willen des Bundes das Medikament Avastin zur Bekämpfung einer Form Altersblindheit namens AMD vergütet. Offiziell zugelassen ist nur das weit teurere Lucentis. Beide Medikamente werden vom Pharmakonzern Roche hergestellt. Novartis vertreibt es ausserhalb den USA.

Angesichts der eindeutigen Faktenlage zahle Helsana das Arzneimittel Avastin bei Augenkrankheiten aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, sagt Schmutz. «Wir sparen für ­unsere Kunden zurzeit jährlich rund 1 Million Franken ein.» Der Betrag ist deshalb nicht grösser, weil in der Schweiz nur sehr wenige Ärzte anstelle von Lucentis das weit günstigere Avastin einsetzen. Studien attestieren eine therapeutische Gleichwertigkeit von Avastin und Lucentis – und dies bei einem eklatantem Preisunterschied.

Ob und wie das Bundesamt für Gesundheit den Gesetzesverstoss von Helsana sanktionieren wird, ist offen.

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