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Thomas Jordan war ein scharfer Gegner der Euro-Anbindung

Nationalbankpräsident Thomas Jordan (Archiv)

Nationalbankpräsident Thomas Jordan (Archiv)

n einem Aufsatz erkannte Thomas Jordan vor 13 Jahren als Wissenschafter in der Franken-Anbindung «relativ geringe» Vorteile und «schwerwiegende» Kosten.

Die Zeitung „Der Sonntag" zitiert aus einer entsprechenden Publikation des heutigen SNB-Chefs, der heute die 1.20-er-Untergrenze um jeden Preis verteidigen will. Seine Glaubwürdigkeit leidet aber unter einer spektakulären 180-Grad-Wende.

Als SNB-Chef betont Jordan die Vorteile der Anbindung. Als Wissenschafter hatte er vor 13 Jahren genau das Gegenteil gesagt und vor hohen Kosten gewarnt. In einem 24-seitigen Aufsatz von 1999, erschienen im Fachmagazin «Aussenwirtschaft», hielt Jordan mit seinem Doktorvater Ernst Baltensperger und SNB-Kollege Andreas Fischer ein Plädoyer gegen eine Anbindung an die Einheitswährung. «Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob dies überhaupt möglich wäre», meinten Jordan & Co. Seine Argumentation ist wissenschaftlich, das Fazit aber auch für Laien verständlich.

«Die Anbindung des Frankens hätte in diesem Fall nicht nur keinen Vorteil, sondern würde der schweizerischen Volkswirtschaft zusätzlich die Kosten einer höheren Inflationsrate auferlegen.» Davon wollen Jordan und sein Spiritus Rector, der emeritierte Berner Professor Baltensperger, der eng mit der SNB liiert ist, heute nichts mehr wissen.

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