Getränkeindustrie

Top in Holland, Flop in Deutschland: 107 Millionen Liter Rivella sorgen für Umsatzrekord

Rivella ist im letzten Jahr gewachsen. In der Schweiz stiegen die Verkäufe um 1,2 Prozent. Deutlich schneller war das Wachstum im Ausland mit 13,8 Prozent. (Archiv)

Rivella ist im letzten Jahr gewachsen. In der Schweiz stiegen die Verkäufe um 1,2 Prozent. Deutlich schneller war das Wachstum im Ausland mit 13,8 Prozent. (Archiv)

Trotz des missglückten Deutschland-Experiments von Rivella: Der Aargauer Getränkehersteller wächst vor allem dank gesteigerten Verkäufen im Ausland – besonders in Holland.

Die Rivella Gruppe aus Rothrist erarbeitete im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 139 Millionen Franken. Dies entspricht einem Wachstum von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Schweiz trugen das neue Rivella Refresh und im Ausland die Rekord-Verkäufe in Holland zum guten Resultat bei. Gewinnzahlen gibt der Konzern allerdings keine bekannt.


Mit den 107 Millionen Litern an Erfrischungs- und Fruchtsaftgetränken erwirtschaftete das Familienunternehmen unter der Führung von CEO Erland Brügger im vergangenen Jahr einen Umsatz von 139 Millionen Franken. Mit einem Plus von 13,8 Prozent schnitt das Ausland überdurchschnittlich ab, getrieben durch das ungebrochene Wachstum in Holland.

Die Inlandverkäufe legten im Vergleich zum Vorjahr hingegen nur um 1,2 Prozent zu, obwohl Rivella-Produkte seit dem letzten Jahr auch bei Aldi und Lidl erhältlich sind. Die Traditionsmarke – 95 Prozent der Schweizer Bevölkerung kennen Rivella – verdankt das Wachstum insbesondere dem neuen, leichten Rivella Refresh und der Lancierung des alkoholfreien Apérogetränks «Urs» aus der Rivella-internen Start-up-Abteilung.

Auch Emil half nicht

Die Absätze der neuen zuckerreduzierten Rivella-Sorte hätten sämtliche Erwartungen übertroffen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Markenartikelverband Promarca kürte Rivella Refresh als beliebteste Produktneuheit der Schweizer Konsumenten mit der Auszeichnung «Star of the Year».

Zum neunten Mal in Folge konnte Rivella im Ausland wachsen; dieses Jahr im zweistelligen Bereich. Neben Frankreich und Luxemburg hat hauptsächlich Holland zum Rekordergebnis von 32 Millionen Litern beigetragen. Im Vorjahr wurden im Ausland noch drei Millionen Liter weniger verkauft. Rivella ist es dort gelungen, sich auch in der Kategorie der kohlensäurefreien Getränke zu etablieren.

Missglückt ist Rivella hingegen der Eintritt in den Deutschen Markt, aus dem sich die Rothrister nun zurückziehen. «Der Aufwand für den Markteintritt und der Ertrag sind in keinem Verhältnis zueinander gestanden», teilte Rivella vor zwei Wochen mit. Mehrere Jahre lang versuchte der Konzern, insbesondere in Süddeutschland Fuss zu fassen. In Werbespots und auf Plakaten setzte die Firma unter anderem auf die Dienste des deutschen Stand-up-Comedians Michael Mittermeier und des Schweizer Kult-Kabarettisten Emil Steinberger. Doch auch sie brachten die Umsätze nicht zum Fliegen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Familienunternehmen, das 1950 von Robert Barth gegründet worden war, erneut über zehn Millionen Franken in Produktionsanlagen investiert. Mit der letzten Bauetappe, dem Ersatz der Verpackungsmaschinen, konnte der Fünfjahresplan zur kompletten Erneuerung der Fabrik abgeschlossen werden. Heute verfügt der Getränkeproduzent über modernste Anlagen, die eine energieeffiziente und ressourcenschonende Getränkeherstellung garantieren.

Um im stark umkämpften Getränkemarkt zu bestehen, sieht sich Rivella mit seinen 255 Angestellten gezwungen, hierzulande verschiedene Produktneuheiten zu lancieren. So gibt es per sofort das neue Rivella «Holunderblüte» mit violetter Etikette. Dieses ersetzt das Rivella «Rhabarber».

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