Grossbanken
UBS und Credit Suisse zahlen ihren Bankern 2018 mehr Bonus – in der Höhe von je 300 Millionen

Die beiden Schweizer Grossbanken werden Bonuszahlungen fürs abgelaufene Jahr erhöhen.

Beat Schmid
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Der Paradeplatz in Zürich mit dem Hauptsitz der Credit Suisse und dem Sitz des Wealth Management der UBS. SEVERIN BIGLER

Der Paradeplatz in Zürich mit dem Hauptsitz der Credit Suisse und dem Sitz des Wealth Management der UBS. SEVERIN BIGLER

SEVERIN BIGLER

«Bei mir sieht es gut aus», jubelt ein Banker der Grossbank Credit Suisse. Eine super Performance hätten seine Finanzprodukte im vergangenen Jahr erzielt. Und super werde deshalb auch sein Bonus ausfallen. Der Banker im Range eines Managing Director wird deshalb einen mittleren sechsstelligen Bonus mit sei- nem ordentlichen Februarlohn erhalten. Nicht alles wird auf einmal und in Cash gutgeschrieben, gewisse Bonus-Komponenten bleiben teilweise auf mehrere Jahre gesperrt.

So wie diesem CS-Angestellten geht es vielen in der Grossbank. Wie Recherchen ergeben haben, dürfte die Credit Suisse den Bonuspool für ihre Mitarbeiter um über 300 Millionen auf rund 3,4 Milliarden Franken erhöhen. Das entspricht einer Zunahme um knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wird der Anstieg voraussichtlich grösser ausfallen als im letzten Jahr, als der Pool um 6 Prozent zulegte. Ein Sprecher der Bank wollte die Zahlen nicht kommentieren und verwies auf den Geschäftsbericht, der Ende März veröffentlicht wird.

6 Milliarden

So viel Boni schütteten die beiden Schweizer Grossbanken letztes Jahr ihren Angestellten aus. Dieses Jahr dürfte es zehn Prozent mehr geben.

Ende November 2017 machte CS-Chef Tidjane Thiam erste Angaben, in welche Richtung sich die Gehälter seiner Angestellten entwickeln werden. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg meinte er, dass die Beschäftigten nicht allzu grosse Lohnsprünge für 2017 erwarten dürfen. Der Bonus wird «nicht spektakulär ausfallen, sondern fair». «Kein starker Anstieg» gegenüber dem Vorjahr sei zu erwarten, meinte der CS-Chef. Wenn nun der Bonuspool für letztes Jahr um knapp 10 Prozent wächst, würde dies den Vorgaben von Thiam entsprechen.

Ebenfalls freuen dürfen sich die Angestellten der UBS. Wie die «Schweiz am Wochenende» erfahren hat, wird auch die grösste Bank der Schweiz den Bonuspool wieder vergrössern, nachdem die Ausschüttungen letztes Jahr um 17 Prozent auf 2,9 Milliarden gesenkt wurden. Die Boni dürften in diesem Jahr im einstelligen Prozentbereich zulegen. Die variablen Vergütungen dürften fürs abgelaufene Jahr somit höchstens um 200 bis 300 Millionen zulegen. Die Unterschiede zwischen den Abteilungen dürften gross sein. Insbesondere in der Flaggschiffabteilung, der Vermögensverwaltung, werden die Boni grosszügiger ausfallen als in anderen Abteilungen. Ein Sprecher der Bank äusserte sich nicht dazu und verwies auf den Entschädigungsbericht.

Dass die Boni steigen, ist insofern bemerkenswert, als CS wie UBS wegen Abschreibern auf Steuergutschriften aufgrund der Steuerreform von Donald Trump kleinere Gewinne beziehungsweise sogar Verluste ausweisen werden.

CS wird dieses Jahr noch 600 Stellen abbauen müssen

Vor einer Woche schrieb diese Zeitung, dass die Grossbank Credit Suisse in diesen Tagen Mitarbeiter über ihre bevorstehende Entlassung informieren werde. Zur Anzahl der Betroffenen machte ein Banksprecher keine Angaben. Nur wenige Tage später gab dann Thomas Gottstein, der Chef der Credit Suisse Schweiz (Swiss Universal Bank, SUB), in einem Interview mit der «Finanz & Wirtschaft» bekannt, dass 300 Stellen wegfallen werden. Diese Zahl ist irreführend, denn Gottsteins Einheit SUB umfasst nicht alle Stellen, welche die Credit Suisse in der Schweiz anbietet. Die SUB zählt rund 10 000 Angestellte, die Grossbank beschäftigt in der Schweiz aber total 17 000 Personen. Nimmt man die Gesamtheit zum Massstab werden in der Schweiz insgesamt 600 Angestellte den blauen Brief erhalten.