Bei der Credit Suisse steht eine neue Entlassungswelle an. Mitarbeiter in der Schweizer Einheit werden in diesen Tagen über ihr Schicksal informiert. Dies bestätigen mehrere Quellen. Ältere Mitarbeiter sind bereits vor den Weihnachtsferien angefragt worden, ob sie sich eine Frühpensionierung dieses Jahr vorstellen könnten.

Die Medienstelle will die Entlassungen weder bestätigen noch dementieren und verweist auf früher kommunizierte Abbaupläne, in der Schweizer Einheit SUB (Swiss Universal Bank) 1600 Stellen abzubauen. Daran habe sich nichts geändert, sagt ein Sprecher. Nachprüfen lässt sich das allerdings nicht. Die Bank lässt sich nur ungern in die Karten blicken.

Spricht die Credit Suisse eine Entlassung aus, muss der Betroffene in aller Regel nicht mehr täglich zur Arbeit erscheinen und kommt für mehrere Monate in ein Coaching. Es ist auch möglich, dass sich Betroffene auf andere interne Stellen bewerben können.

Bei der Grossbank können ältere Mitarbeiter frühestens ab 58 frühpensioniert werden. Bei den Veteranen zeigt sich die Grossbank spendabel: Die CS bezahlt bis zu einem Jahresgehalt, um sich von diesen meist teuren Mitarbeitern trennen zu können. Da einige von ihnen oft sehr gut verdienen, geht die Rechnung für die Grossbank trotz hohen Einmalkosten auf. Auch für die «Silberrücken», wie erfahrene CS-Kollegen intern genannt werden, stimmt der Deal. Ihr angespartes Pensionskassengeld wird mit teilweise höheren Umwandlungssätzen verrentet, als wenn diese bis 65 weiterarbeiten würden. Die Credit Suisse beschäftigt in der Schweizer Einheit rund 9000 Mitarbeiter.

Sparschraube angezogen

Die Bank steht unter grossem Spardruck. Am Investorentag Ende November schraubte CS-Schweiz-Chef Thomas Gottstein die Kostenziele nochmals deutlich in die Höhe: Statt um drei Prozent pro Jahr soll die Einheit dieses Jahr fünf bis sechs Prozent sparen. Die Kostenbasis soll von 3,5 Milliarden auf 3,3 Milliarden Franken sinken. Mit dem verschärften Sparkurs will die Bank ihre hochgesteckten Gewinnziele erreichen. Als Chef Tidjane Thiam antrat, gab er die Devise durch, bis Ende 2018 in der Schweiz den Vorsteuergewinn auf 2,3 Milliarden Franken zu steigern. Davon will er unter keinen Umständen abrücken – koste es, was es wolle.