Heute findet die mit Spannung erwartete Sitzung der US-Notenbank - dem Fed - statt. Ein Zinsentscheid wird gegen 19.15 Uhr Schweizer Zeit erwartet.

Eigentlich ist eine Zinserhöhung ein gutes Zeichen für die US-Wirtschaft. Das Fed hat den Leitzins im Dezember schon von 0,5 bis 0,75 Prozent erhöht und sich drei Schritte nach oben für 2017 vorgenommen.

Die offene Frage ist jedoch, wie aggressiv Fed-Chefin Janet Yellen vorgeht. Anfang März hatte Jellen klar gemacht, dass sie die Zinszügel voraussichtlich stärker anziehen werde als in den beiden Vorjahren, als sie jeweils nur einen Schritt nach oben wagte.

Es geht auch um Yellens Job

Offen ist, wie stark sich Yellen von den angekündigten Plänen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump beeinflussen lässt. Diese Wirtschaftspolitik mit hohen Infrastrukturinvestitionen ist ohne eine stärkere Staatsverschuldung nicht denkbar. Allzu stark steigende Zinsen wären also nicht im Sinn dieser Politik.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Yellen und Trump das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben. So hat Yellen offen von einer noch höheren Staatsverschuldung gewarnt. Es geht auch um ihren Job: Offiziell dauert Yellens Amtszeit noch ein Jahr. Die streitbare Dame hat auch kürzlich bekannt gegeben, dass sie das Jahr auch aussitzen möchte.

Was heisst das für die Schweiz?

Grundsätzlich ist eine gut gehende US-Wirtschaft für die Schweizer Exportindustrie gut. Der anziehende Dollar ist auch kein schlechtes Zeichen für die Schweiz. Einzig US-Reisen werden teurer.

Die Frage, ob sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) von ihrer Tiefzinspolitik verabschiedet, hängt jedoch vor allem von Europa ab, wie sich die Europäische Zentralbank bewegt. Von dieser Seite ist im laufenden Jahr noch keine grosse Bewegung zu erwarteten. Entscheidend werden hier auch die Ausgänge der Wahlen in Frankreich und Deutschland sein. Für die SNB heisst es, dass sie ihre expansive Geldpolitik aufrecht erhalten wird, um den Franken nicht zu stark werden zu lassen.