Bankengruppe

Valiant hat 2010 wegen tiefen Zinsen weniger verdient

Valiant blickt auf ein zinsbelastetes Geschäftsjahr zurück

Valiant blickt auf ein zinsbelastetes Geschäftsjahr zurück

Die Berner Bankengruppe Valiant hat im vergangenen Jahr 122,5 Mio. Fr. verdient, 17,5 Prozent weniger als 2009. Belastet wurde das Ergebnis durch Absicherungsgeschäfte gegen steigende Zinsen.

Valiant, die wie andere Regional- und Kantonalbanken stark vom Zinsgeschäft abhängig ist, hatte fälschlicherweise darauf spekuliert, dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins im vergangenen Jahr anheben würde. Die entsprechenden Absicherungsgeschäfte in der Höhe von 20 Mio. Fr. drückten auf den operativen Gewinn, der um 18,7 Prozent auf 175,7 Mio. Fr. sank.

Das unverändert tiefe Zinsniveau hat auch den Erfolg aus dem Zinsgeschäft geschmälert. Dieser nahm im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf 321,3 Mio. Fr. ab, obwohl die von Valiant verwalteten Kundenvermögen 2010 um knapp eine Mrd. Fr. anstiegen. Ende Jahr verwaltete Valiant 16,8 Mrd. Franken.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr dafür leicht auf 68,8 Mio. Fr. gesteigert werden. Das Handelsgeschäft schnitt mit 15,8 Mio. Fr. ebenfalls besser ab. Auf der Aufwandseite wirkten sich vor allem die um zehn Mio. Fr. höheren Informatikkosten negativ auf den Bruttogewinn aus.

Aufgrund des tieferen Gewinns verzichten der gesamte Verwaltungsrat und Unternehmenschef Michael Hobmeier auf Teile ihrer Vergütungen, wie Valiant am Mittwoch mitteilte. An der Börse verlor die Valiant-Aktie nach Bekanntgabe der Resultate an Wert: Kurz nach 15 Uhr lag sie 2,0 Prozent im Minus, derweil der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) nur leicht nachgab.

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