Sie soll die Immunität des jungen Abgeordneten aufheben. Das ebenfalls als Maduro-treu geltende Oberste Gericht wirft Guaidó zudem vor, im Februar trotz einer Ausreisesperre das Land verlassen und eine Reihe südamerikanischer Länder besucht zu haben.

Gegen Guaidó laufen bereits zwei Ermittlungsverfahren. Zuletzt war ihm zudem die Ausübung politischer Ämter für 15 Jahre untersagt worden.

Guaidó liefert sich seit über zwei Monaten einen erbitterten Machtkampf mit dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro. Er hatte sich am 23. Januar zum Übergangspräsidenten erklärt und Maduro die Legitimation abgesprochen.

Maduro tauscht Person aus

Angesichts massiver Stromausfälle entliess Venezuelas Staatschef Maduro unterdessen seinen Energieminister Luis Motta Domínguez. Zum Nachfolger ernannte der Präsident am Montag (Ortszeit) den Ingenieur Igor Gavidia León. Dieser verfüge über "25 Jahre Erfahrung", sagte Maduro im Staatsfernsehen. Gavidia wird auch die Leitung des staatlichen Stromkonzerns Corporación Eléctrica Nacional (Corpoelec) übernehmen.

Der Ingenieur war unter anderem Chef des früheren Energieunternehmens Electrificación del Caroní (Edelca), das für die Stromgewinnung in der südlichen Region Guayana verantwortlich war. Dort befindet sich auch das Wasserkraftwerk Guri, das 80 Prozent des Stroms für das südamerikanische Land liefert.

Aufruf zu neuen Protesten

Zahlreiche Staaten, darunter die USA, haben Guaidó bereits als rechtmässigen Interimspräsidenten anerkannt. Russland, China und Kuba hingegen unterstützen weiterhin Maduro. Auch das mächtige Militär hält ihm bisher die Treue.

Guaidó will den Druck nun erhöhen und den Staatschef mit seiner "Operation Freiheit" in den kommenden Wochen nun aus dem Amt drängen. Guaidó rief daher erneut zu weiteren Protesten gegen die Strom- und Wasserknappheit auf. "Wir werden protestieren, wir werden Forderungen stellen und wir werden auf die Strassen von Venezuela gehen, weil es unser Recht ist", sagte der selbst ernannte Interimspräsident am Montag auf einer Kundgebung.