Fall Hoeness

War Uli Hoeness auf gekaufter Steuer-CD?

Uli Hoeness beim Champions League Halbfinal gegen Barcelona

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Der Name von Uli Hoeness, Präsident FC Bayern München, soll auf einer Steuer-CD gewesen sein, die das Land Nordrhein-Westfalen im letzten August gekauft hatte. Beteiligte Ministerien dementieren oder schweigen.

Offenbar war die Selbstanzeige des prominenten mutmasslichen Steuerflüchtlings Uli Hoeness ein halbes Jahr zu spät gekommen. Laut einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins «Focus» tauchte der Name auf einer sogenannten Steuer-CD auf, die das Bundesland Nordrhein-Westfalen im letzten August gekauft hatte. Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte dem Bericht zufolge die Daten an die zuständigen Stellen in München weitergeleitet.

Erklärungsbedürftige Pause

Die Staatsanwaltschaft II in München leitete laut dem Bericht erst im Januar dieses Jahres, nach der Selbstanzeige von Hoeness, ein Ermittlungsverfahren gegen Hoeness ein. Erst zwei Monate nach der Selbstanzeige wurden sie erkennbar aktiv. Am 20. März durchsuchten Steuerfahnder das Anwesen von Hoeness am Tegernsee und sein Büro in der Zentrale des FC Bayern München. Auch Telefone von Hoeness sollen abgehört worden sein.

Am Sonntag hiess es aus München, die Staatsanwaltschaft sei erst im Januar nach der Selbstanzeige vom Fall Hoeness unterrichtet worden. Andere beteiligte Ministerien waren gemäss einem Bericht von dpa nicht erreichbar oder lehnten Stellungnahmen ab.

Letzte Woche kursierte eine andere Version: Hoeness habe die Selbstanzeige im Januar nach einem Tipp eines Mitarbeiters der Bank Vontobel vorgenommen. Auf dieser Zürcher Privatbank lagen die nicht deklarierten Gelder. Die Bank meldete indes bisher keinen Datendiebstahl.

Hoeness selber hatte sich laut eigenem Bekunden auf das Zustandekommen des Steuerabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz verlassen . Dieses war jedoch im Dezember 2012 im deutschen Bundesrat im ersten Anlauf gescheitert. Das deutsche Kabinett hatte daraufhin den Vermittlungsausschuss angerufen, womit Hoeness noch eine kleine Hoffnung blieb, ohne Deklaration aus der Sache herauszukommen.

Die Bundesregierung hatte jedoch das Vermittlungsergebnis am 17. Januar abgelehnt. Gleichentags soll Hoeness seine Selbstanzeige eingereicht haben. Der deutsche Bundesrat beerdigte das Steuerabkommen erst am 1. Februar endgültig.

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