Das beste Geburtsland
Warum die Schweizer Babys die glücklichsten der Welt sind

Wo muss 2013 geboren werden, wer im Jahr 2030 ein Leben in Wohlstand, Sicherheit und bei guter Gesundheit führen will? Ökonomen haben eine wissenschaftliche Antwort gefunden. Sie lautet: Die Schweiz.

Patrik Müller
Merken
Drucken
Teilen
Schweizer Baby sind die glücklichsten der Welt

Schweizer Baby sind die glücklichsten der Welt

Keystone

Pessimisten haben mal wieder Hochkonjunktur. Der starke Franken mache die helvetische Wirtschaft kaputt. Der Druck aus der EU und aus den USA auf den Finanzplatz Schweiz treibe die Banken an den Abgrund. Der aktuelle Bundesrat sei der schlechteste aller Zeiten. Die Schweiz sei international isoliert. Solche und ähnliche Befunde sind zurzeit zu lesen.

Und dann das. Das Forschungsinstitut EIU der renommierten britischen Zeitschrift «The Economist» hat eine Rangliste publiziert mit der schönen Bezeichnung «Where-to-be-born-Index». Dieser soll aussagen, in welchem Land man 2013 am besten geboren werden sollte. «Komfortabel auf dem Spitzenplatz», wie es die Zeitschrift ausdrückt, liegt die Schweiz. Als der «Economist» den Index letztmals berechnete, daswar im Jahr 1988, landeten die USA auf Platz eins, vor Frankreich und Westdeutschland.

Grosse EU-Länder im Rückwärtsgang

Wie kommt der Baby-Index zustande? Verschiedene Faktoren fliessen ein, welche die Lebensqualität ausmachen: Wohlstandsindikatoren (wobei Prognosen bis ins Jahr 2030 beigezogen werden), Kriminalitätsraten, Gesundheitskennzahlen, das Vertrauen in die Institutionen, die demografische Entwicklung und so weiter.

The Economist

Auffällig: Es sind nicht mehr, wie vor 25 Jahren, die Grossmächte, von welchen man annimmt, dass sie ihren Bürgern die besten Zukunftsaussichten bieten. Mit Ausnahme von Kanada schaffen es nur kleine Länder wie Norwegen, Schweden, Holland und Dänemark in die Top Ten. Die Hälfte davon sind europäische Länder – doch nur eines, Holland, gehört der Euro-Zone an. Der «Economist» kommentiert: «Die grössten europäischen Länder – Deutschland 16), Frankreich (26) und Grossbritannien 27)– schneiden nicht besonders gut ab.»

USA im freien Fall

Einen dramatischen Absturz erfahren die USA, vor allem wegen der gigantischen Schuldenlast, welche die Babys erben werden. Der Index relativiert auch den Erfolg der hochgelobten Wachstumsstaaten Brasilien, Russland, Indien und China. Auch wenn ihr Bruttoinlandprodukt viel schneller wächst als jenes der Schweiz: Das absolute Niveau bleibt ungleich tiefer, und bei anderen Kriterien schneiden diese politisch oft mit Unsicherheiten behafteten Länder schlecht ab. Am Schluss der Liste stehen unter den 80 untersuchten Ländern die afrikanischen Staaten Kenia und Nigeria.

Doch der langfristige Blick zeigt: Selbst in Ländern, die auf den hinteren Rängen landen, werden es die Babys von 2013 besser haben, als es die von 1988 hatten. «Trotz der globalen Konjunkturkrise waren die Zeiten in vielerlei Hinsicht noch nie so gut», bilanziert der «Economist». Und findet auch gleich das Rezept für Wohlstand und Stabilität: «Boring is best» – langweilig zu sein sei das Beste. Die Schweiz lässt grüssen.