Eines der unkonventionellsten Ferienhäuser der Schweiz wird momentan zum Verkauf angeboren: die Villa Vals im gleichnamigen Dorf im Bündnerland. Was die Villa so speziell macht, ist der Umstand, dass sie zu grossen Teilen unter der Erde liegt. Das Gebäude ist in den Berghang eingelassen. Sichtbar ist einzig ein grosses Guckloch mit Terrasse, das einen Panoramablick auf die Valser Bergwelt erlaubt und die unterirdischen Räume mit Licht flutet.

Besitzer des Hauses ist der Schweizer Architekt Christian Müller, der in Holland lebt. Er hat die Villa mit einem holländischen Architekten geplant. Nach dem Kaufpreis gefragt, sagt er: «Unter zweieinhalb Millionen Franken, so viel kann ich Ihnen sagen.»

Die Villa wurde international zu einer kleinen Berühmtheit, nachdem die erfolgreiche BBC/Netflix-Serie «The World’s Most Extraordinary Homes» 2017 begeistert über sie berichtet hatte. 2011 gewann die «Höhlenvilla» einen Designaward. Im Internet ist sie auf unzähligen Listen «der aussergewöhnlichsten Häuser der Welt» zu finden.

Die Villa Vals hat ein extraordinäres Exterieur und Interieur.

Die Villa Vals hat ein extraordinäres Exterieur und Interieur.

Die spezielle Bauweise verdankt die Villa Vals ihrer Lage. Sie liegt in direkter Sichtline der weltberühmten Therme Vals und sollte die Aussicht der Spa-Gäste nicht stören. Auch der Zugang zur Villa ist aussergewöhnlich: Rund 20 Meter vom Haupthaus steht eine typische Bündner Scheune, von der aus man durch einen unterirdischen Tunnel in die eigentliche Villa gelangt. Sie hat vier Schlafzimmer und bietet zehn Personen Platz.

Bisher kann man das Haus mieten. In der Hochsaison kostete eine Woche 3850 Euro. Die Auslastung sei «exzellent», sagt Besitzer Christian Müller. «Ich kenne kein Objekt, das so wenig leersteht.» Der Verkauf der Villa Vals habe also keinen finanziellen Hintergrund. «Der Anlass für den Verkauf ist, dass wir uns neuen Projekten zuwenden möchten», sagt Müller.

Der Bau der Villa vor zehn Jahren sei ein Statement gewesen, dass es möglich ist, in den Alpen zu bauen: «Sie sollte eine spezifische Antwort auf die Umstände sein. Wir sind hier in Vals zu Gast.» Das aussergewöhnliche Haus steht nun auf der Website eines normalen Immobilienhändlers. Laut Müller steht es seit etwa zwei Jahren zum Verkauf. Für ihn ist wichtig, dass die Villa als Ferienhaus buchbar bleibt «und auch in Zukunft nicht nur zehn Tage pro Jahr benutzt wird», sagt Müller. «Kalte Betten sind der Tod für jedes Bergdorf.»