Für Konsumenten ist das eine gute Nachricht. Die Zwetschgen wurden und werden wegen der grossen Menge sehr günstig verkauft. Gut, dass die diesjährige Ernte auch qualitativ ausserordentlich ist. Die Früchte sind gross.

Und der hohe Fruchtzuckergehalt wegen der heissen Temperaturen macht die Zwetschgen süss und gut haltbar. Ins Ausland exportiert werden die Zwetschgen aber nicht. Auch dort war die Zwetschgenernte gut. Und das Preisniveau der Schweiz ist zu hoch.

Bäume konnten sich erholen

Im letzten Jahr sah es ganz anders aus. Die Zwetschgenernte war 2017 extrem schlecht gewesen, weil die Blüten nach dem Kälteeinbruch im Frühling beschädigt worden waren. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr weniger als 2000 Tonnen geerntet.

Genau diese schlechte Ernte 2017 ist jetzt wohl auch der Hauptgrund da- für, dass die Ernte in diesem Jahr so reich ausgefallen ist. Die Bäume, die im letzten Jahr nur wenig Früchte getragen hatten, seien erholt gewesen, so Thomas Lehner, Sprecher des Schweizerischen Obstverbandes.

Der Grundstein für die diesjährige Rekordernte wurde also bereits im letzten Jahr gelegt, und dann kam in diesem Jahr noch das perfekte Zwetschgenwetter dazu: Ein warmer Frühling, anschliessend ein heisser und trockener Sommer. Auch Probleme mit Schädlingen oder Krankheiten gab es in diesem Jahr keine.

Keine Überproduktion

Trotz der grossen Menge an Zwetschgen seien die Produzenten nicht auf den Früchten sitzen geblieben, so Lehner. «Neben dem Detailhandel wurden auch Brennereien beliefert, dort waren die Lager nach der schlechten Ernte im letzten Jahr leer.» Ein weiterer Teil wird für die industrielle Verwertung gebraucht, etwa für die Herstellung von Konfi oder Joghurts.

In diesem Jahr top, im letzten Jahr Flop – müssen die Konsumenten sich darauf einstellen, dass die Obstmenge und damit die Preise für die Früchte mit den zunehmenden Wetterextremen in der Schweiz ständig stark variieren? Ein aktuelles Beispiel dafür sind neben den Zwetschgen die Äpfel.

Im letzten Jahr war die Ernte so schlecht, dass die Lager in diesem Frühling fast leer waren. Entsprechend viel musste für die Äpfel bezahlt werden. Thomas Lehner beruhigt: «Es ist eher so, dass die Menge sich in den nächsten Jahren stabilisieren wird», sagt er.

Grund dafür seien die Massnahmen, mit denen sich die Obstproduzenten auf die verschiedensten Wetterszenarien wappnen können. So würden die Obstbauern laufend in Hagelnetze, Schutzfolien und Bewässerungsanlagen investieren. «Damit wird sichergestellt, dass die Ernte in jedem Jahr ungefähr gleich bleibt.»