Stockkreuzfreunde Giswil
Stockkreuzfreunde feiern Jubiläum

Der Verein war 1971 von 21 Personen gegründet worden. Dessen Zweck ist die Erhaltung und der Unterhalt des Stockkreuzes, der Hütte im Delti sowie des Weges von der Lengegghütte Fluonalp zum Stockkreuz.

Nicole Eberli
Drucken
Die Stockkreuzfreunde trafen sich im Restaurant Bahnhof in Giswil zur Jubiläumsgeneralversammlung.

Die Stockkreuzfreunde trafen sich im Restaurant Bahnhof in Giswil zur Jubiläumsgeneralversammlung.

Bilder: Christian Imfeld (Giswil, 30. April 2022)

Anlässlich seines 50-Jahr-Jubiläums hielt der Verein Stockkreuzfreunde Giswil am Samstag, 30. April, die Jubiläumsgeneralversammlung im Restaurant Bahnhof Giswil ab. Zur Begrüssung gab es einen kleinen Apéro im Garten. Trotz schlechtem Wetter war die Stimmung gut, und die Mitglieder freuten sich auf den Abend. Das Echo vom Loiwital spielte und untermalte die gute Stimmung.

Zu Beginn der 49. Generalversammlung im 51. Vereinsjahr begrüsste Präsident Thomas Schnider die 100 anwesenden Mitglieder. Aufgrund der Pandemie hatte der Vorstand beschlossen, die letzten beiden Versammlungen ausfallen zu lassen. Nach sechs Jahren demissioniert Vizepräsident Armin Berchtold. Neu wird Peter Wälti in den Vorstand gewählt.

Ob all der lustigen Anekdoten und Erinnerungen wurde viel gelacht.

Ob all der lustigen Anekdoten und Erinnerungen wurde viel gelacht.

Die Mitglieder schwelgten in Erinnerungen

Im Anschluss an die Versammlung fand ein Podiumsgespräch statt. Bruno Abächerli moderierte das Gespräch und stellte zunächst die Gesprächspartner vor. Weibel Otto «Otti» Abächerli, langjähriger Präsident und Gründungsmitglied, Theodor «Aeschi Thedor» Sigrist, langjähriger Chelichoch und Gründungsmitglied, Gregor «Gropli Gregor» Halter, ehemaliger Aktuar und Vizepräsident, sowie das langjährige Mitglied Zeno Wolf erinnerten sich an die Anfänge. So erinnerte sich Weibel Otti, wie die ehemalige Jungmannschaft die glorreiche Idee hatte, ein stattliches Kreuz auf dem Stock aufzustellen. Die Balken wurden damals von der Lengegghütte auf dem Rücken vieler Helfer zum Gipfel getragen. Das Kreuz wurde direkt auf dem Gipfel zusammengesetzt und hat ein Gesamtgewicht von 1,2 Tonnen. Der Weg verlief damals noch anders; er war steil und gefährlich.

Gemeinsame Erinnerungen verbinden.

Gemeinsame Erinnerungen verbinden.

Gropli Gregor erzählte die Geschichte vom Goldrausch beim Giswilerstock. In den 40er-Jahren kam ein Venezianer in die Fluonalp, vermutlich ein Geologe. Er untersuchte an einer bestimmten Stelle das Gestein. Die Älpler wunderten sich und fanden heraus, dass der Mann aus Venedig eine Goldader am Stock gefunden hatte. Ein regelrechter Goldrausch brach aus. Leider fanden sie aber dann doch kein Gold.

Giswilerin sah, was sie gesehen haben musste

Aeschi Thedor erinnerte sich an das Jahr 1991. Anlässlich der 700-Jahr-Feier unserer Eidgenossenschaft reisten 80 Auslandschweizer in ihre Heimat. Eine Gruppe wanderte auf den Stock. Darunter befand sich eine 92-jährige Dame. Oben auf dem Gipfel angekommen, hatte sie Tränen in den Augen. Jetzt habe sie alles gesehen, was sie gesehen haben musste, soll sie gesagt haben. Ihr Vater habe ihr oft erzählt, man müsse die drei schönsten Sachen von Giswil gesehen haben: die Kirche auf dem Hubel, den Sarnersee und den Giswilerstock.

Zeno Wolf erzählte über die Alpen der Teilsame Grossteil im Fluonalp. Dies seien die besten Alpen in Giswil. Weiter sei rund um den Giswilerstock der kostbarste Schatz. Rund um den Stock gibt es nämlich drei Wasserkraftwerke. Die Erhaltung und den Schutz der vorgelagerten Wasserquellen dürfe man nicht unterschätzen.

Bei Apérohäppchen wurde im Anschluss weitergeschwelgt.

Bei Apérohäppchen wurde im Anschluss weitergeschwelgt.

Im Anschluss an das Podiumsgespräch verköstigte das Restaurant Bahnhof die Mitglieder mit einem köstlichen Apéro riche. Danach startete Bruno Abächerli das zweite Podiumsgespräch. In dieser Runde nahmen Silvia Berchtold, langjährige Aktuarin, Bernhard Buch, aktiver Kreuz- und Wegwart, Vereinsmitglied Heinz Schrackmann sowie der aktuelle Präsident Thomas Schinder teil.

Silvia Berchtold erinnere sich an den Kreuzneubau. Das neue Kreuz hat dieselbe Masse, 10 Meter Höhe und 4,8 Meter Breite, sowie dasselbe Gewicht. Das neue Kreuz wurde allerdings mit dem Helikopter vom Forsthof zum Stock geflogen. Wegen Nebels habe sich der Flug damals um einige Stunden verzögert. Der Nebel vorzog sich, und «bei Sonnenschein und stahlblauem Himmel flog das Kreuz durch die Luft».

60 Liter Schnaps für Cheli

Bernhard Burch erzählte von seinen Aufgaben. Jeweils im Frühling muss der Weg in Ordnung gebracht werden, Holz muss aufbereitet werden und die Seile bedürfen einer regelmässigen Kontrolle.

Heinz «Moser Wisis» Schrackmamm erinnerte sich an die lustige Kreuzeinweihung. An einem regnerischen Sonntag wurde demnach gefeiert, getanzt und gelacht. Anscheinend seien dabei 60 Liter Schnaps für Cheli verbraucht worden. Und er erzählt von den anderen Kreuzen auf dem Stock. Insgesamt befinden sich nämlich fünf Kreuze auf dem Grat.

Thomas Schnider rundet das Gespräch ab und erzählt vom sanften Tourismus rund um den Stock. Im Anschluss an das Gespräch lassen die Stockkreuzfreunde den Abend bei Dessert und Unterhaltung sowie dem Echo vom Loiwital ausklingen. (pd/sez)