Toni Waldis übergibt in Spiringen das «Sennen-Zepter» an Gody Dober

In Spiringen trafen sich die Delegierten aller elf angeschlossenen Sennengemeinschaften zur Innerschweizer Sennen-Präsidenten-Tagung.

Franz Imholz
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Von links: Mitinitiant und Ehrenobmann Josef Heinzer aus Schwyz, der neue Präsident Gody Dober aus Küssnacht und der neue Ehrenobmann Toni Waldis aus Gersau. (Bild: Franz Imholz, Spiringen, 18. Oktober 2019)

Von links: Mitinitiant und Ehrenobmann Josef Heinzer aus Schwyz, der neue Präsident Gody Dober aus Küssnacht und der neue Ehrenobmann Toni Waldis aus Gersau. (Bild: Franz Imholz, Spiringen, 18. Oktober 2019)

Zur Innerschweizer Sennen-Präsidenten-Tagung (ISPT) vom vergangenen Freitag, 18. Oktober, in Spiringen trafen sich die Delegierten aller elf angeschlossenen Sennengesellschaften.

Als die ISPT noch nicht existierte, kam es bisweilen zu Datenkollisionen bei der Durchführung von Sennenkilbenen oder Bruderschaftsjubiläen. Diese Problematik besprachen anlässlich der Weggiser Sennenkilbi von 1991 Josef Heinzer, heutiges Ehrenmitglied der Sennengesellschaft Schwyz, sowie Ehrenobmann der ISPT und der damalige Gersauer Sennenhauptmann Robert Nigg und riefen die Sennen-Präsidenten-Tagung ins Leben. Die Sennengesellschaften Schwyz, Arth, Gersau, Vitznau, Weggis, Küssnacht, Muotathal, Illgau und Feusisberg sowie die Sennenbruderschaften Bürglen und Innerthal sind in der ISPT vertreten.

Die Tagung findet im Zweijahresturnus statt und wurde dieses Jahr von der Sennenbruderschaft Bürglen bereits zum zweiten Mal organisiert. Max Baumann aus Spiringen, seines Zeichens amtsältester Landrat, leitet die Michelsgemeinde immer am 29. September. Er zeichnet dieses Jahr als verantwortlicher Organisator der Tagung.

Delegierte besichtigen Holzbau-Firma

Zu Beginn wurde die Holzbau-Firma Herger Klimaholzbau AG in Spiringen besichtigt. Hans Herger und seine Frau Cornelia führen den Betrieb mit 21 Arbeitsplätzen – davon fünf Lehrlinge – in dritter Generation. Nach dem Vollbrand im Jahr 2012 entschlossen sie sich, die Firma wieder aufzubauen und neu auszurichten. Somit konnten damals wertvolle Arbeitsplätze im Schächental erhalten bleiben.

Den geschäftlichen Teil der Tagung leitete Toni Waldis, Gersau. Aus seinem Jahresbericht ist zu entnehmen, dass er vor allem während dem 425-Jahr-Jubiläum Sennenbruderschaften 2018 viele Anlässe besuchte. Waldis gab nach sechs Jahren das Präsidentenamt seinem Stellvertreter Gody Dober weiter. Da bis jetzt noch kein ISPT-Vize-Obmann gefunden wurde, ist Gody Dober weiterhin auf Nachfolgersuche. Auf Antrag wurde Toni Waldis neben Josef Heinzer als zweiter ISPT-Ehrenobmann gewählt. Die nächste Innerschweizer Sennen–Präsidenten-Tagung findet im Oktober 2021 in Schwyz statt.

Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück

Regierungsrat Urban Camenzind überbrachte die Grüsse und den Dank der Urner Regierung und zeigte, dass er selber Verbindungen zu Gersau hat. Seine Eltern seien dort schon Sennen gewesen. Er dankte den Anwesenden für die Pflege der Traditionen und des Brauchtums. Die Wurzeln der Sennenbruderschaften würden weit ins Mittelalter zurückreichen. Camenzind schätze die wertvolle, zeitintensive Arbeit für das einmalige Volkskulturgut. Max Baumann, Organisator der Sennenbruderschaft Bürglen, dankte allen Delegierten für das Erscheinen. Speziell erwähnte er die hervorragende Bewirtung im Restaurant Alte Post Spiringen und die Filmvorführung von Franz Imholz zum Brauchtum im Schächental.